La casa de ciclista Guadalajara

Nach 5 Reisetagen bin ich im Casa de ciclista in Guadalajara angekommen. Nachdem ich schon in Peru, Ecuador und Kolumbien gute Erfahrungen gemacht habe, wurden meine Erwartungen hier uebertroffen, da es neben einer freien Uebernachtungsmoeglichkeit hier auch eine super Werkstatt hat, wo ich mein Fahrrad wieder auf Vordermann bringen kann.

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Neben mir uebernachten ausserdem noch Brendan (Irland) und Jerrard (San Francisco) hier, welche vom Norden nach Sueden reisen. Brendan will mit dem Fahrrad bis nach Argentinien fahren und dann per Flieger nach Suedafrika reisen, wo er mit dem Fahrrad bis nach Irland hochfahren moechte, Zeit: 2 Jahre. Fuer mich ist es immer wieder cool, meine Erfahrungen und Erlebnisse mit den anderen austauschen zu koennen und ueber das Leben als Radfahren zu philosophieren.

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Guadalajara ist die zweitgroesste Stadt von Mexico mit ueber 4 Millionen Einwohnern. Doch die Radfahrerbewegung hier ist gross und es gibt jeden Abend um 22.00 Uhr Rundfahrten, an welchen alle Leute die Lust haben teilnehmen koennen. Als wir mit dem Casa de ciclista gingen, kamen ueber 100 Leute, die Strassen werden dafuer zum Teil von der Feuerwehr abgesperrt. Denn es geht vor allem darum, die gleichen Rechte den Radfahrern hier in Mexico zu geben, wie es zum Teil in Europa und anderen Laendern der Fall ist. Ein weiterer toller Anlass ist jeden Sonntag, an welchem die ueber 10 km lange Hauptstrasse durch Guadalajara fuer die Radfahrer abgesperrt wird. Es ist eine richtige Freude mit dem Fahrrad hier in Guadalajara unterwegs zu sein.

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Da ich mich hier sehr wohlfuehle, werde ich mit den anderen Fahrradfahrern hier Weihnachten feiern, bevor ich dann zur Baja California weiterradeln werde. Im Casa de ciclista lebt es sich wie in einer Wohngemeinschaft und da die Haare von uns allen lang waren, liessen wir uns die Haare von Masha, einem Mitglied des Casa de ciclista, die Haare schneiden.

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Nun haben wir alle den gleichen Radlerlook und koennen unsere Reise ohne Shampoo weiterfuehren. Frohes Fest wuenscht euch allen SYDNEY

el viaje sigue finalmente

Nach 2 Monaten Kuenstlerpause bin ich am 12. Dezember von Queretaro Richtung Guadalajara losgefahren. Doch bereits nach wenigen Kilometern merkte ich, dass meine Kondition noch zu wuenschen uebrig laesst, da ich zwar in San Cristobal 3x pro Woche Fussball gespielt hatte, doch dies reichte offensichtlich nicht fuer die Strasse. Ausserdem kam mir das Gepaeck wie mehrere hundert Kilogramm vor, da ich doch in der letzten Zeit hoechstens mit dem Fahrrad ohne Gepaeck in San Cristobal rumgefahren bin. Doch jammern bringt nichts und so setzte ich meine Reise leidend durch die wunderschoene Gegend fort.

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Am Morgen war es oft sehr kalt, bis die Sonne schien, denn ich befand mich auf dem Hochplateau auf ueber 2200 m.u.M. Doch die Region steht offiziell unter dem Schutz der UNESCO. Die UNESCO verleiht den Titel Welterbe an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind. Somit kam ich als erstes in San Miguel de Allende an, was ein sehr teures Pflaster ist, da alle pensionierten Amerikaner sich dort Haeuser gekauft haben und deshalb die Immobilien- und Lebenspreise drastisch erhoeht haben, Viva el Gringo.

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Von San Miguel ging es fuer mich weiter durch Wueste mit Kakteen und Gegenwind nach Guanajuato. Guanajuato ist natuerlich auch vom Weltkulturenerbe geschuetzt und sehr kolonialistisch und wunderschoen. Frueher war Guanajuato eine Minenstadt, wo frueher viel Silber abgebaut wurde und der Stadt so zu Reichtum verhalf. Im Untergrund der Stadt gibt es immer noch Tunnel, welche nun aber fuer den Verkehr genuetzt werden.

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Aber nach so vielen Kolonialstaedten hatte ich die Schnauze voll und war froh, schon bald wieder in die Halbwueste Richtung Guadalajara weiterzufahren. Endlich kam fuer mich so richtig Mexicofeeling auf, da doch vor allem Mexico in meiner Einbildung aus Kakteen und Wueste bestand, gottlob ist da aber noch mehr. Vor allem sah ich neben der Strasse Mais und Agave. Aus Agave wird der beruehmte Tequila hergestellt, der in der ganzen Welt getrunken wird.

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Agavepflanzen

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Maisuberreste

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In einem Tag werde ich in Guadalajara ankommen, wo ich wieder in einem Casa de Cyclista uebernachten und vielleicht sogar Weihnachten dort feiern werde, News folgen bestimmt…

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La virgen de Guadaloupe

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Der 12. Dezember ist in Mexiko ein grosser Feiertag fuer die Virgen de Guadaloupe, welche urspruenglich von der katolischen Kirche her kommt, jedoch heute mehr das Symbol in Mexico fuer die “madre tierra” (Muttererde) ist. Aus dem ganzen Land schwaermen die Pilger nach San Cristobal oder auch nach Mexico City aus, weil es dort Kirchen der Virgen de Guadaloupe hat. Auch gibt es ueberall Umzuege und die Kinder werden zum Teil selber als Virgen de Guadaloupe verkleidet und nehmen so am Umzug Teil, natuerlich immer mit dem geliebten Auto.

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Neben dem Virgenkult, wird natuerlich auch ein riesiges Fest gemacht, mit Essen, Trinken, Spiele etc. Die Mexikaner wissen nur allzugut wie man festet.

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Ausserdem gibt es noch weitere gute News: Ich habe es endlich geschafft San Cristobal zu verlassen und bin mit dem Bus ein weiteres Mal nach Mexico City gefahren, wo mein Fahrrad zwischengelagert war. Danach nahm ich den Bus nach Queretaro, da ich die grosse Stadt Mexico nicht mit dem Fahrrad verlassen wollte, wo ich nun meine Reise vortgesetzt habe. Fortsetzung folgt, es gibt jedoch wieder einmal ein Bild meines Fahrrades, ich habe es sehr vermisst und bin nun richtig heiss, weiterzutrampen, da ich nun eine sehr grosse Pause hinter mir habe.

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