Mexico City y la playa

Nach ueber 6 Wochen in San Cristobal war es Zeit fuer mich, meine Zelte aufzuschlagen und weiter zu ziehen. Da Vicky, meine mexikanische Mutter mich in ihr Haus nach Mexico City einlud, nahm ich mit ihr den Bus in die Hauptstadt, welche ueber 28 Millionen Einwohner hat und damit zur drittgroessten Stadt der Welt zaehlt, hinter Tokyo und New York.

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Es ist fuer mich schon schwer vorstellbar, wie so viele Leute zusammen in einem riesigen Tal wohnen koennen, aber offenbar funktioniert es. Ich habe mir Mexico City ganz anders vorgestellt, doch schlussendlichc hat diese Stadt auch ihre Reize und mit Einheimischen ist es sowieso besser, da diese alles kennen und mir zeigen konnten. Vicky nahm sich viel Zeit mit mir und wir fuhren mit der Metro oder mit dem Auto in der Stadt herum. Obwohl auch sie in Mexico City wohnen dauert es von ihrem Haus bis ins Zentrum 1.5 Stunden, in der Rush-Hour kann es ueber 2 Stunden dauern.

Torre Latina, ehemals hoechster Turm von Mittel- und Suedamerika

Opera Bellas Artes

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Da die Mexikaner sehr gastfreundlich sind, wurde ich an einem Samstag an eine Taufe des Enkels eingeladen, wo ueber 30 Leute imselben Haus feierten. Ein Brauch in Mexico an einer Taufe ist es, Geld in die Menge zu werfen, welches man dann am Boden sammeln kann. Wer hat am Schluss am meisten? Ich wurde an dieser Taufe wie ein Teil der Familie aufgenommen und fuehlte mich wie zu Hause, nur sprachen alle nicht Deutsch sondern Spanisch.

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v.l.n.r: Vicky, Rodolfo, yo y la madre de Vicky

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Nach 5 Tagen in der Hauptstadt nahm ich den Bus an den Pazifik nach Zipolite, wo ich mit der Tochter Iliana 7 Tage am Strand verbrachte, ehe ich wieder zurueck in die Hauptstadt ging, um meine Reise mit dem Fahrrad vortzusetzen.

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Strand von Zipolite

Zipolite liegt im Staate Oaxaca an der Pazifikkueste und ist ein kleines Dorf, welches jedoch in der Hochsaison viele Touristen anzieht. Doch wir hatten Glueck und die vielen Touristen blieben im November noch aus. Da Iliana schon einmal dort gearbeitet hatte, kannte sie alle Leute und ich lernte viele neue Personen kennen, welche aus aller Welt dort sind.

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Die Temperaturen waren ueber 30 Grad und das Wasser war schon fast heiss und wir mussten uns zwischen 13 bis 16 Uhr in den Schatten legen und die Siesta machen, da um diese Zeit die Sonne zu stark auf der Haut brannte. Die Leute hier wohnen zum Teil sehr einfach und brauchen nicht viel, um gluecklich zu sein, da der Strand und die Umgebung viel zu bieten hat. Zum Glueck hat es hier noch nicht die ganz grossen Hotelkomplexe, welche man z.B. weiter noerdlich in Acapulco antrifft.

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Ich lernte nun wieder einen weiteren neuen Ort von Mexico kennen, doch nun ist es an der Zeit, wieder das Fahrrad unter den hintern zu schwingen und weiter zu ziehen, da ich noch viel mehr von diesem Land und Leuten sehen will. Doch Mexico ist zu einem meiner Favoriten aufgestiegen, da dieses Land sehr abwechslungsreich ist, super Leute hat und sehr gutes Essen bieten kann. Hasta luego…

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Dia de los muertos

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Der  1. und 2. Novbember wird  hier in Mexico gross gefeiert, denn am Dia de los Muertos (Allerheiligen in der Schweiz) wird den Toten gedenkt. Dazu geizen die Mexikaner natuerlich nicht mit Feierlichkeiten, im Gegenteil. Fast in jedem Haus steht ein Altar mit den Fotos verstorbener Familienmitglieder oder sonstigen grossen Personen, welche den Leuten wichtig waren oder es immer noch sind.

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DSCN6069Der Altar wird mit Blumen geschmueckt und dazu werden auch Getraenke (z.B. Tequila) oder Nahrungsmittel (z.B. Mais) aufgestellt, damit die Toten nicht verhungern bzw. verdursten,wenn sie am Dia de los Muertos zurueckkommen. Je nachdem was der Tote gerne gehabt hat, wird dem Altar beigefuegt. Es war fuer mich sehr imposant zu sehen, wie die Leute hier die Altare geschmueckt haben und mit welcher Wichtigkeit dieser Tag gefeiert wurde. Denn der Tod ist ein Teil des Lebens, den es zu akzeptieren gibt und dem man nicht ausweichen kann.

Aber nicht nur Altare wurden geschmueckt, sondern die Leute gingen auch in Scharen auf den Friedhof, um Blumen zu den Graebern zu geben und sich mit der Familie zu treffen. So kam es vor, dass auf dem Friedhof bei den Graebstaetten gesungen, Alkohol getrunken und gegessene wurde. Die ganze Szenerie hatte etwas von einem Familienfest, welches statt im eigenen Garten auf dem Friedhof stattfand.

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DSCN6131Neben dem Dia de los muertos habe ich noch viele interessante Projekte kennengelernt, welche hier in San Cristobal den Ursprung haben. Ich besuchte Miguel, welcher Besitzer des Fahrradladens Jaguar de Madera ist. Er repariert nicht nur Fahrraeder, sonder macht auch Waschmaschienen oder Mixer, welche mit dem Fahhrad angetrieben werden. Sein Video ist super: http://vimeo.com/57406683

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Doppeldecker

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Miguels Mixer

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Velowaschmaschiene

Ausserdem lebt er mit seinem Bruder in einem Haus, welches aus Lehm hergestellt wurde und welches durch Solarenergie seinen Energiehaushalt regeln kann. Miguel ist eine jener Personen, welche uns allen Inspiration fuer ein einfaches, aber auch oekologisch-sinnvolles Leben geben kann. Ich war jedenfalls tief beeindruckt von all seinen Projekten. Denn wer willl schon nicht eine Waschmaschiene, welche durch die eigene Muskelkraft die Kleider saeubern kann???

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Nun bin ich ja bekanntlilch schon seit einem Monat hier in San Cristobal und es ist nun definitv Zeit fuer mich, die Zelte abzubrechen und weiterzuziehen. Ich habe viele tolle Leute getroffen, doch nun will ich den Rest von Mexiko auch noch entdecken. Bis bald…