COLOMBIA

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Kurz bevor ich die Grenze ueberquerte, hatte ich mein Jubilaeum zu feiern, 5000 km auf dem Fahrrad und ich hoffe, dass es noch mindestens 5000 km mit unvergesslichen Erlebnissen Richtung Mexiko sein werden. Nachdem ich mich ueber 2 Monaten in Ecuador aufgehalten hatte, war es an der Zeit fuer mich in ein neues Land Richtung Norden zu pedalen. Ich waehlte fuer meinen Grenzuebertritt einen Grenzuebergang im Dschungel (San Miguel), um ruhig nach Kolumbien einreisen zu koennen, ohne dass viele Menschen am Grenzuebergang sind.

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Innerhalb von 10 Minuten war ich dann im, von anderen Fahrradfahrern, gelobten Land. Dass es nicht mehr Ecuador war merkte ich sofort, da die Strassen wieder sofort schlechter waren und es manchmal einige Kilometer nur Schotterstrasse hatte und keinen  Asphalt mehr. Doch auch dies konnte mich nicht aus der Ruhe und so wurde mein Weg durch den Dschungel vor allem von Militaer begleitet, welche alle 10 km mindestens einen Stuetzpunkt haben. Obwohl die Guerilla FARC nicht mehr so aktiv ist, muessen natuerlich die Stellungen gehalten werden und ich fuehle mich auch sehr sicher hier, denn die Leute sind anders als in allen bisher bereitsten

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Die Landschaft in Kolumbien ist natuerlich auch ueberwaeltigend mit den vielen Bergen und damit auch den vielen Steigungen fuer mich als Fahrradfahrer. Den es gibt in Kolumbien die Cordillera Occidental, Cordillera Central und die Cordillera Oriental, welche von Nord nach Sued durchs ganze Land reichen. Somit musste ich auch hier ueber 1700 m an Hoehe gewinnen, da ich aus dem Dschungel kam, welcher fast auf Meereshoehe liegt.colombia 076

 

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Nah 4 Tagen Fahrradfahren, kam ich schliesslich in San Agustin an, um mich ein bisschen auszuruhen. Hier ist es so friedlich und nett, dass ich nun fuer 4 Tage hier in einer kolumbianischen Familie uebernachten konnte und mir das Dorf und die Umgebung anschauen konnte. Die Leute sind alle sehr freundlich und wollen mit mir sprechen und sich mit mir austauschen. Es gefaellt mir ausserordentlich und ich glaube, nun definitiv in Kolumbien angekommen zu sein. Die Bilder zeigen, wie friedlich das Zusammenleben doch eigentlich sein kann. Am Sonntag war ausserdem Bingo, wo die Leute alle im Stadion sitzten und hofften, das Motorrad zu gewinnen. Die Leute waren dort bis zu 6 Stunden, ich bewunderte die Ausdauer dieser Leute.

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5 km von San Augustin entfernt liegt ausserdem ein wunderschoener Park, welcher Statuen von frueheren Kulturen dieser Region ausstellt. Von wem die Figuren allerdings sind, kann nicht genau beantwortet werden, da diese Menschen sich ploetzlich aus ungeklaerten Gruenden aus dem Staub gemacht haben.

 

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El Oriente

Als ich an einem verregneten, haesslichen und nassem Tag Banos verliess, war meine Motivation nicht besonders gross, da ich ueber ein Monat nicht mehr Fahrrad gefahren bin und die Thermalquellen von Banos wirlich sehr entspannend und billig waren (2 Dollar pro Eintritt). Doch mein Radlerkollege Axel (http://www.crazyguyonabike.com/doc/index.html?o=1&doc_id=11561&v=3Q), welchen ich in Ambato getroffen hatte, empfahl mir die Route durch den Dschungel von Ecuador, da dies die ruhigere und schoenere Variante sein soll.

sydu 005So machte ich mich also auf zu neuen Ufern und wurde trotz schlechtem Wetter nicht enttaeuscht. Da Banos auf 1800 m.u.M. liegt, konnte ich fuer in den Dschungel fast nur bergabwaerts fahren. Die Route hatte vor allem eines, Wasserfaelle, welche sehr imposant ins Tal herunter prassten.

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sydu 009In meinem Reisefuehrer wird diese Route uebrigens als DIE SCHOENSTE von ganz Ecuador bezeichnet, was sicherlich nicht falsch ist. Nach ueber 70 km befand ich mich jedoch dann in einer anderen Welt, im Dschungel, wobei dies natuerlich nicht ganz der Wahrheit entspricht, da es dank der Revoluccion Ciudadana von Ecuador auch hier sehr gute Strassen gibt, welche bis in den tiefsten Dschungel hinein fuehren, viva la Revoluccion. Die Strassen sind natuerlich nicht nur fuer die Menschen, sondern auch fuer die grossen Konzerne, da es hier im Dschungel viel Oel gibt (was sonst???). Es gibt sogar eine Ortschaft, welche nach einem Konzern benannt ist, was in der Schweiz bereits bei Fussballstadien der Fall ist, ist hier bei Ortschaften dasselbe.

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sydu 045sydu 049Entlang der Strasse gibt es auch viel Cana (Zuckerrohr), welches hier in grossen Mengen angepflanzt und verkauft wird. Eigentlich wollte ich einen Teil meiner Strecke mit einem Boot zuruecklegen, doch als ich in Mishaualli ankam, gab es nur ein Angebot fuer 300 Dollar, um 6 Stunden auf dem Rio Napo zu fahren. Ich sagte vielen Dank und nahm das Fahrrad und fuhr die 196 km mit meinem Drahtesel. Denn obwohl ich Tourist bin, lasse ich mich doch nicht abzocken.

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sydu 081Der Regenwald heisst nicht umsonst Regenwald, das habe ich gemerkt, denn an manchen Tagen regnete es die ganze Zeit und ich war von innen nach aussen und von aussen nach innen nass, von der Hitze und vom Regen. Doch es war nicht kalter Regen und somit war es noch “angenehm”. Doch das Wetter kann so schnell wechseln hier und deshalb holte ich mir bereits am ersten Tag im Dschungel einen Sonnenbrand, vale la pena.

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Die Haeuser auf der Strecke hier sind ziemlich einfach gebaut, doch die Leute hier scheinen gluecklich zu sein und empfiengen mich immer mit einer grossen Freundlichkeit. Doch niemand glaubt mir hier, dass ich wirklich am Fahrradfahren bin. Nur wenn ich wirklich am fahren bin, koennen sich die Leute so halb vorstellen, was ich hier am machen bin. Doch sobald ich in einem Ort mich erhole koennen sie sich nicht vorstellen, dass ich schon nur in die naechste Ortschaft mit dem Velo fahren werde. Ihre Welt ist halt irgendwie kleiner, aber sicher nicht schlechter.

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sydu 101Nun bin ich bereit, in 2-3 Tagen nach Kolumbien zu fahren, da dort die Leute sehr fanatisch fuer Velofahrer sein sollen. Das man das Fahrrad nicht nur als Fortbewegungsmittel benuetzen kann beweist der Velomixer. Peace out…

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Adios amigos

saya y yo

Nach 5 schoenen, aber auch anstrengenden Wochen mit den Schuelerinnen und Schuelern in Salasaka, war es Zeit, mich von allen zu verabschieden und wieder zu meinem Fahrrad zurueckzukehren. Ich hatte eine super Zeit und bin sehr dankbar dafuer, dass ich die Chance erhalten habe, an der Katitawa-Schule zu unterrichten. Denn dieses Erlebnis wird mir mein Leben lang in Erinnerung bleiben.

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Da der offizille Schulbusfahrer einen Tag weg war, durfte ich die Kinder in die Schule fahren, was ein sehr interessantes Erlebnis war, da die Strassen nur aus Schotter bestehen und die Fahrweise der Ecuadorianer vor allem darin besteht, anderen den Vortritt wegzunehmen, indem sie mehrmals laut hupen.

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Robert “El director”

Sehr fehlen wird mir auch Robert, der Direktor, mit welchem ich immer sehr lange Diskussionen hatte und welcher mir viel ueber sein Leben erzaehlte, welches sehr interessant war und es immer noch ist. Vor allem sein Standardsatz: “It’s a beautiful day today, I hope you will all enjoy it” wird mir in Erinnerung bleiben, denn er sagte es auch wenn es regnete, die Sonne schien oder Nebel hatte. Dies ist eine super Lebenseinstellung und ich werde diese mit mir mittragen.

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v.l. (oben): Wamari, ich, Adrian, Francisca und Raymi
v.l. (unten): Cesar, Malku, Kevin und Joel

Die suessen Kinder werde ich sehr vermissen, obwohl sie alle sehr laut, jedoch sehr herzlich und meistens motiviert zum lernen waren. Die Fussballspiele in der Pause werden mir auch in Erinnerung bleiben, da es auch ohne Rasen immer ein gutes Spiel war. Es gab ein paar gute Techniker, welche dem FC Huenibach sicher noch Freude machen koennte, mal sehen was der Sportchef dazu meint.

La gancha de futbol

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Beim Abschied flossen fast Traenen, da ich waehrend den 5 Wochen die Kinder sehr ins Herz geschlossen habe. Alle Kinder schrieben uns Abschiedsbriefe, welche sehr ruehrend waren und in welchen sie schrieben, dass ich doch bald wieder zurueckkommen soll. Fuer alle Voluntarios, welche am Freitag die Schule verliessen gab es ausserdem noch eine Medaille, welche nun an meinem Fahrrad haengt.

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Arco iris

Ich wuensche der Schule nur das Beste und hoffe, dass dadurch die Schuelerinnen und Schueler eine bessere Chance als ihre Eltern auf ein gutes Leben erhalten.