Hippieparadies und Abzockerparadies

Alle Leute, welche wir auf der Tour trafen, empfahlen uns nach El Bolson zu gehen, welches das Hippieparadies von Argentinien sein soll. Wir stellten uns ein schoenes kleines Doerfchen vor, wo alles schoen gemaechlich zu und her geht. Doch schon auf dem Weg dorthin war viel Verkehr und da momentan die Hauptreisezeit der Argentinier ist, waren viel mit dem Auto unterwegs. Wir waren auf einem schoenen Camping am Fluss, aber das Dorf stellte sich als kleinere Stadt dar, in welcher der Tourismus stark verbreitet ist. 

Anstatt Natur, konnte man hier mit dem Pedalo in einem Bassin auf dem Hauptplatz herumfahren, irgendwie komisch… Aber so laeuft der Tourismus nun einmal, das haben wir auch gemerkt.

 

Die Berge und die Umgebung waren allerdings hinreissend und wir feierten den Geburtstag unseres Freundes Jocelyn aus Lyon, welcher auch seit El Calafate mit uns faehrt. Mit den Franzosen unterwegs zu sein kann heissen, dass man auf englische Musik hoert, franzoesisch spricht, dazu spanische Zeitung liest und auf Deutsch eine SMS eintippt, das nennt man dann polyglotte…

Das naechste grosse Ziel war Bariloche, welches auch als die Schweiz von Argentinien gilt, doch dazu gleich mehr. Wir waren froh, wieder das Rad unter dem Sattel zu haben und somit mussten wir auch mehrere lange Steigungen auf uns nehmen.

Wir waren auf der Ruta 40 unterwegs, welche vom Sueden von Argentinien bis in den Norden ueber 5224 km weit geht. Die Ruta 40 ist tinyurl.com fuer Argentinien, was die Route 66 fuer Amerika ist. Auf dieser Strasse gelangten wir schliesslich nach Bariloche.

Wir wissen nun, weshalb Bariloche als die Schweiz von Argentinien gilt, naemlich weil es voll teuer und touristisch ist. Der einzige Zeltplatz kostete 65 Pesos, was etwa 13 Franken ist. Als Vergleich: In El Bolson 120 km suedlich von Bariloche bezahlten wir pro Uebernachtung 25 Pesos pro Nase.

In Bariloche war zwar ein schmuckes Chalet, im Winter kann man Skifahren und Snowboarden und sie produzieren sogar Schokolade hier. Trotzdem fuehlte ich mich ueberhaupt nicht heimisch dort, obwohl der See  Nahuel Huapi sehr schoen war. Doch wir hatten seit unserer Reise so viele Seen gesehen, dass dieser nichts ungewoehnliches fuer uns war. Leider wurde auch auf dem Camping mein I-Pod geklaut und ich war krank, deshalb bleibt mir wohl diese Stadt nicht in guter Erinnerung. Nun muss ich halt singen, anstatt Musik zu hoeren.

Kaum waren wir 20 km weiter im Norden aenderte sich die Landschaft komplett, was sehr interessant zu bestaunen war. Wir fuehlten uns richtig in der Wueste, in Arizona oder in Mexiko oder wo auch immer…

Noch etwas zu den Zelten: Das grosse gruene ist meins, das kleine ist jenes von Remy. Ich habe ein bisschen mehr Platz, er dafuer weniger Gewicht. Ich bevorzuge jedoch den vielen Platz zum schlafen und die Kleider ausbreiten.

Die Siete-Lagos-Tour ist bei den Argentiniern sehr beliebt und momentan herrscht hier viel Verkehr auf der Strasse, doch die Natur ist abwechslungsreich und sehr vielseitig. Nach der Wueste kommen schon wieder Seen und Waelder und tropische Pflanzen, unglaublich schoen.

Das erste Mal seit unserem Tourbeginn hatten wir jedoch fuer eine laengere Zeit Regen, was uns auf der Carretera Austral nie passiert ist, passierte uns hier in Argentinien waehrend 5 Tagen. Wir hatten 3 Tage fast nur Regen und so kam es, dass wir sogar das Nachtessen im Zelt zu uns nehmen mussten, da es so kalt und nass war. Zu Essen gab es natuerlich den Klassiker: Spaghetti mit Tomatensauce, pasta redsauce, E guete…

Erste Tourerfahrungen

Remy coinstar fees calculator Coinstar Money in Chitwan und ich flogen am 4. Januar um 7 Uhr am Morgen nach El Calafate, um dort unsere Tour zu starten. Der Transport der Fahrraeder von Buenos Aires dorthin war kein Problem. Als wir ankamen, mussten wir zuerst unsere Fahrraeder zusammenbauen, was jedoch fuer uns Profis kein Problem darstellte.

Danach lernten wir den Wind von Patagonien bereits kennen, weil es noch 20 km vom Flughafen nach El Calafate waren. Dort angekommen gingen wir auf einen Camping, von welchen es viele gibt hier in Patagonien. Wir lernten bereits am 1. Tag viele “Toureros” kennen, welche auch mit dem Velo unterwegs sind. Von Deutschen ueber Hollaender bis zu Englaender hat es fast alle Nationen vertreten, welche sehr freundlich sind und Tipps fuer verschiedene Etapen geben konnten.

Da wir schon in El Calafate waren, gingen wir fuer einen Tagesausflug noch den Perito Moreno Gletscher anschauen. Dieser Gletscher liegt ca. 80 km ausserhalb von El Calafate und ist einer der weltweit einzigen Gletscher, welche noch wachsen. Leider hatten wir an diesem Tag Pech, dass es die ganze Zeit regnete und wir richtig nass wurden. Nachdem wir in Buenos Aires die ganze Zeit Sommerwetter hatten, war dies eine grosse Umstellung fuer uns.

Am Montag dem 7.  Januar 2013 starteten wir unsere Tour Richtung El Chalten und die ersten 30 km waren recht einfach, doch dann kam der Wind und stoppte uns heftig. Wir mussten immer mit dem Windschattenfahren abwechseln, weil wir sonst keine Chance gehabt haetten. Doch die Aussicht war grandios und wir konnten es richtig geniessen entlang des Lago Argentino. Nach 97 km entschieden wir uns, in einem verlassenen Haus zu uebernachten, welches uns von den anderen Radlern empfohlen wurde. Dort konnten wir sogar ein Feuer machen und es kamen noch zwei spanische Toureros in dieses Haus, welche jedoch eine sehr schlechte Ausruestung hatten, weil sie das Velo in Argentinien kauften.

Am naechsten Tag wollten wir die restlichen 120 km nach El Chalten in einem Stueck fahren, doch der Wind machte uns grosse Probleme. Am Ende des Tages hatten wir 90 km hinter uns gebracht, waren jedoch so muede, dass wir am Strassenrand im Zelt uebernachteten.Waehrend dem Tag mussten wir kilometerlange gerade Strecken bewaeltigen, was uns bei diesem Wind oft Schwierigkeiten bereitete.

Am Tag 3 unserer Tour nach El Chalten mussten wir “nur” noch 30 Kilometer fahren, diese waren jedoch auesserst schwierig, da der Wind nochmals staerker wurde. Doch am Morgen zeigte sich uns die Sonne und wir waren gluecklich ueber die grandiose Aussicht.

Von weitem her konnten wir schon den grossen Berg in der Naehe von El Chalten sehen, den beruehmten Fitz Roy. Doch bis wir in El Chalten waren, mussten wir teilweise das Fahrrad stossen und konnten etwa nur 10 km/h fahren, da es so windig war. Da wir keine Schokolade auf die Reise mitgenommen hatten, gingen wir als erstes in El Chalten in einen Kiosk und genossen Cola mit Schokolade, eine ausgezeichnete Kombination.

 

Suedamerika 2012-2013

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Am 15. November 2012 war es endlich so weit und ich konnte meine Reise nach Suedamerika antreten. Wo die Reise am Schluss enden wird, ist noch nicht bekannt, wird sich jedoch im Verlauf der Reise herausstellen. Viel Spass beim Lesen der Nachrichten.

Um das Velo transportieren zu koennen, musste das Rad abmontiert werden

Bei der Ankunft in Buenos Aires, sah dann das Gepaeck und das verpackte Velo so aus. In Buenos Aires werde ich waehrend 6 Wochen in die Schule gehen, bevor ich dann mit dem Velo richtung Sueden fahre. Momentan ist in Argentinien Fruehling und die Temperaturen sind angenehm bei 30 Grad, waehrend dem in der Schweiz Winter ist. 

Am 2. Tag fuehrte der erste Ausflug nach Tigre, was am Rio del Plata liegt, ca. 35 km weit weg von Buenos Aires. zing.vn Hier erholen sich die “porteños” vom Stadtleben am Wochenende.

Quilmes

Bei diesem Ausflug durfte natuerlich auch das 1. argentinische Bier nicht fehlen, welches hier ueberall zu kriegen ist.

Da in Buenos Aires Fruehling ist, sind die Baeume hier wunderschoen am bluehen. Ich wohne hier in einer Familie, welche 20 Fussminuten von der Schule entfernt ist. Ana Maria und Hector Gonzalez sind super Gastgeber, mit welchen ich jeden Tag das zu Nacht esse. Das Nachtessen ist immer um 20.30 Uhr, was fuer uns Schweizer sehr spaet ist. Die Klubs um auszugehen oeffnen meistens erst um 1 oder 2 Uhr am Morgen, die Fiesta geht aber danach bis mindestens um 7 Uhr des naechsten Tages.