La tierra del cactus

Damit ich in meinem Blog auch noch das Stereotypenbild von Mexico mit den Kakteen bestaetige, lade ich noch einige Bilder der Baja California hoch, wo ich natuerlich viele dieser Pflanzen gesehen habe. Wenn ich so richtig am schwitzen war in der Mitte der Wueste, standen sie einfach so da und schauten mich so richtig bloed an und dachten sich wohl, was dieser Typ hier macht.

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Aber dann kommt man ploetzlich in eine Oase und trifft auf Palmen, Datteln und Wasser, unbeschreiblich schoen.

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Die Baja kann teilweise auch sehr abwechslungsreich sein und da die Grauwale im Nordamerikanischen Winter immer in den Sueden nach Mexico kommen, um dort ihre Kinder zu gebaehren, nutzte ich die Chance in Guerrero Negro, um die Wale beobachten zu gehen.

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Doch irgendwie wollten sich die Wale nicht so richtig zeigen, da die Babys noch sehr jung sind und erst so gegen Maerz so richtig zutraulich werden. Doch trotzdem war es sehr eindruecklich diese Riesentiere in echt zu sehen.

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In San Quintin durfte ich eine Nacht im Haus von Gabino und seiner Familie verbringen, was sehr spannend war, da auch ein chinesisches Paar und auch ein Amerikaner zur gleichen Zeit dort waren.

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Diese Erfahrungen in den mexikanischen Familien sind fuer mich unbezahlbar, weil man so richtig einen Teil ihres Alltags ist und so auch die Vor und Nachteile des mexikanischen Alltags kennenlernt. Die Mexikaner sind ausserdem sehr gut in Slangwoerter, ich habe deshalb eine Sammlung gemacht, die in Englisch uebersetzt sind. Denn so viele spezifische Woerter habe ich in den anderen Laendern nicht angetroffen.

Chingon = cool

Chingado = damn

a la Chingada = go away

hasta la chingada = very far from here

no me chingues = dont

no mames = no way

ay cabron = wow

cabron = dude, friend

Diese Woerter werden vor allem im Umgang mit Freunden benutzt werden, es wuerde noch mehr geben, doch diese muesste ich zensieren, deshalb lasse ich es besser. Nun bin ich nur noch 200 km von der Grenze zur USA entfernt, mal schauen wie es dann im Land der grossen Moeglichkeiten so aussieht, aber Mexico werde ich sicher vermissen. Hasta Pronto.

Baja California

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Per Faehre, welche ich von Mazatlan nach La Paz, Baja California, fuer 16 Stunden genommen hatte, kam ich schliesslich gluecklich an meiner sozusagen letzten Etape von 3000 km an. Denn nun heisst es von La Paz bis nach San Francisco hochradeln, was ich nun nochmals so richtig geniessen kann.

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In La Paz uebernachtete ich bei Glenda, Glen und Pamela, welche ich durch warmshowers kennengelernt habe und bei welchen ich gratis uebernachten konnte. Es ist schon immer wieder super, wie man von den Menschen hier in Mexico aufgenommen wird. Bevor ich die Faehre Richtung Baja nahm, wurde ich im Restaurant von den Besitzern zum Nachtessen eingeladen. In La Paz angekommen schenkte mir ein Mann in der Strasse ein Shirt, welches ich mit Dank von ihm annahm. Solche schoene Geschichten habe ich vor allem hier in Mexico aber auch in Kolumbien gehabt. Die Menschen haben ein riesengrosses Herz und wollen mit dir teilen.

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Glenda und ihre Familie

Nachdem ich noch einen Vorrat an Essen und Wasser eingekauft hatte, machte ich mich auf den insgesamt 1500 km Weg durch die Baja California. Die Baja ist die zweitgroesste bzw. zweitlaengste Halbinsel der Welt, ist sogar laenger als ganz Italien und es leben nur 800 000 Leute hier, was fuer mexikanische Verhaeltnisse wenig ist.

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Nur noch wenige Kilometer fehlen bis Tijuana, haha

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Januar ist die perfekte Jahreszeit hier, da die Temperaturen waehrend dem Tage hoechstens 30 Grad sind und es somit sehr angenehm ist zu radeln. Was man vor allem in der Baja sieht sind: Kakteen, meine neuen Lieblingspflanzen, welche jedoch nach einer gewissen Zeit mir auf die Nerven gegangen sind.

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Aber es hat nicht nur viele Kakteen, sondern auch wunderschoene Straende, die jedoch vor allem von pensionierten Amerikanern und Kanadier ueberfuellt sind, welche hier mit ihrem Wohnwagen, Auto, Motorrad und allem sonst was einen Motor hat, unterwegs sind. Da kommt man sich mit dem Fahrrad so richtig klein vor, doch ich lasse mich nicht einschrecken von denen. Die Frage ist ob wir wirklich so viel benoetigen?

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Auf der Strasse lernte ich aber ausserdem noch Sonja und Roman aus Basel kennen, welche seit Uruguay fuer 14 Monate mit dem Auto unterwegs sind. Sie haben also fast die gleiche Strecke wie ich gemacht und dazu auch gleich viel Zeit benoetigt wie ich mit dem Fahrrad.

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Vor allem habe ich hier wieder einmal viele Radfahrer getroffen, welche jedoch fast alle Richtung Sueden unterwegs sind. Ausser Paul, welcher ueber 60 Jahre alt ist und mit welchem ich einmal campierte. Die Campingplaetze sind superschoen und direkt am Strand, die Bilder sprechen fuer sich… Das einzige Problem, mit welchem ich momentan zu kaempfen habe ist der Gegenwind, welcher unerbittlich ist, schon fast wie in Argentinien.

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Adios Guadalajara

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Das Casa de ciclista in Guadalajara ist wie das Hotel California, man kann zwar einchecken wann man will, wird jedoch das Haus nie verlassen. So “schlimm” war es zwar fuer mich nicht, doch ich verbrachte fast 2 Wochen im Casa de Ciclista und lernte dort viele Spannende Leute kennen. Zum Beispiel den Spanier Lorenzo, welcher seit 17 JAHREN mit dem Fahrrad um die Welt faehrt und alle 5 Jahre zurueck zu seiner Familie im Baskenland geht. Oder aber das kanadisch-deutsche Paar, Dave und Uschi, welches von Alaska bis nach Argentinien faehrt. Dies ist schon erwaehnenswert, jedoch umso mehr, wenn man bedenkt, dass Dave insgesamt Gepaeck von 120 kg mitschleppt. Aber er benoetigt die Sitar, um nicht aus der Uebung zu kommen, da das Unterrichten dieses Instrumentes sein Job ist. Wir fuehlten uns manchmal fast ein bisschen wie in Indien, wenn er anfing darauf zu spielen.

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Irgendwie schaffte ich es aber dann trotzdem noch, von Guadalajara loszukommen und so nahm ich die 500 km nach Mazatlan auf mich. Nach Guadalajara kommt die Ortschaft Tequila, von wo natuerlich der weltberuehmte Tequila stammt. Natuerlich hat es links und rechts der Strasse nur Agavepflanzen, welche zur Herstellung des Tequila benoetigt werden. Der Tequila wird auch an der Strasse fuer weniger als 20 Dollar fuer 5 Liter verkauft, na dann zum Wohl auf der Autobahn… Denn aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass die Mexikaner Profis sind im betrunken Autofahren.

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Die Landschaft nach Mazatlan war aber nicht besonders spannend, doch ich konnte erstmals wieder mit meinem in Guadalajara geflicktem Velo fahren, da ich im casa de ciclista die Kette und den Kranz meines Fahrrades ausgewechselt hatte. Nun fuehlte sich das pedalen wieder an wie mit einem neuen Fahrrad. Wie Anita Weyermann schon gesagt hat: “Gring abe und seckle (bzw. trampeln)”.

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In Mazatlan bin ich nun auf den Pazifik gestossen, welchen ich schon oefters gesehen habe, seit Chile. Ich habe auch noch eine weitere gute Nachricht: Ich habe meinen Flug von San Francisco nach Zuerich fuer den 17. Maerz 2014 gebucht und bin nun froh, dass ich dies so arrangieren konnte, da ich doch schon lange unterwegs bin und nun viel gesehen habe und es nun an der Zeit ist, zumindest temporaer in die Schweiz zurueck zu kehren. Aber bis es so weit ist habe ich noch genuegend Zeit, mit dem Fahrrad die Baja California hoch nach San Francisco zu fahren. Let’s go to San Francisco, was schon der “The Flowerpot Men” gesungen hat.

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La casa de ciclista Guadalajara

Nach 5 Reisetagen bin ich im Casa de ciclista in Guadalajara angekommen. Nachdem ich schon in Peru, Ecuador und Kolumbien gute Erfahrungen gemacht habe, wurden meine Erwartungen hier uebertroffen, da es neben einer freien Uebernachtungsmoeglichkeit hier auch eine super Werkstatt hat, wo ich mein Fahrrad wieder auf Vordermann bringen kann.

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Neben mir uebernachten ausserdem noch Brendan (Irland) und Jerrard (San Francisco) hier, welche vom Norden nach Sueden reisen. Brendan will mit dem Fahrrad bis nach Argentinien fahren und dann per Flieger nach Suedafrika reisen, wo er mit dem Fahrrad bis nach Irland hochfahren moechte, Zeit: 2 Jahre. Fuer mich ist es immer wieder cool, meine Erfahrungen und Erlebnisse mit den anderen austauschen zu koennen und ueber das Leben als Radfahren zu philosophieren.

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Guadalajara ist die zweitgroesste Stadt von Mexico mit ueber 4 Millionen Einwohnern. Doch die Radfahrerbewegung hier ist gross und es gibt jeden Abend um 22.00 Uhr Rundfahrten, an welchen alle Leute die Lust haben teilnehmen koennen. Als wir mit dem Casa de ciclista gingen, kamen ueber 100 Leute, die Strassen werden dafuer zum Teil von der Feuerwehr abgesperrt. Denn es geht vor allem darum, die gleichen Rechte den Radfahrern hier in Mexico zu geben, wie es zum Teil in Europa und anderen Laendern der Fall ist. Ein weiterer toller Anlass ist jeden Sonntag, an welchem die ueber 10 km lange Hauptstrasse durch Guadalajara fuer die Radfahrer abgesperrt wird. Es ist eine richtige Freude mit dem Fahrrad hier in Guadalajara unterwegs zu sein.

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Da ich mich hier sehr wohlfuehle, werde ich mit den anderen Fahrradfahrern hier Weihnachten feiern, bevor ich dann zur Baja California weiterradeln werde. Im Casa de ciclista lebt es sich wie in einer Wohngemeinschaft und da die Haare von uns allen lang waren, liessen wir uns die Haare von Masha, einem Mitglied des Casa de ciclista, die Haare schneiden.

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Nun haben wir alle den gleichen Radlerlook und koennen unsere Reise ohne Shampoo weiterfuehren. Frohes Fest wuenscht euch allen SYDNEY

el viaje sigue finalmente

Nach 2 Monaten Kuenstlerpause bin ich am 12. Dezember von Queretaro Richtung Guadalajara losgefahren. Doch bereits nach wenigen Kilometern merkte ich, dass meine Kondition noch zu wuenschen uebrig laesst, da ich zwar in San Cristobal 3x pro Woche Fussball gespielt hatte, doch dies reichte offensichtlich nicht fuer die Strasse. Ausserdem kam mir das Gepaeck wie mehrere hundert Kilogramm vor, da ich doch in der letzten Zeit hoechstens mit dem Fahrrad ohne Gepaeck in San Cristobal rumgefahren bin. Doch jammern bringt nichts und so setzte ich meine Reise leidend durch die wunderschoene Gegend fort.

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Am Morgen war es oft sehr kalt, bis die Sonne schien, denn ich befand mich auf dem Hochplateau auf ueber 2200 m.u.M. Doch die Region steht offiziell unter dem Schutz der UNESCO. Die UNESCO verleiht den Titel Welterbe an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind. Somit kam ich als erstes in San Miguel de Allende an, was ein sehr teures Pflaster ist, da alle pensionierten Amerikaner sich dort Haeuser gekauft haben und deshalb die Immobilien- und Lebenspreise drastisch erhoeht haben, Viva el Gringo.

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Von San Miguel ging es fuer mich weiter durch Wueste mit Kakteen und Gegenwind nach Guanajuato. Guanajuato ist natuerlich auch vom Weltkulturenerbe geschuetzt und sehr kolonialistisch und wunderschoen. Frueher war Guanajuato eine Minenstadt, wo frueher viel Silber abgebaut wurde und der Stadt so zu Reichtum verhalf. Im Untergrund der Stadt gibt es immer noch Tunnel, welche nun aber fuer den Verkehr genuetzt werden.

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Aber nach so vielen Kolonialstaedten hatte ich die Schnauze voll und war froh, schon bald wieder in die Halbwueste Richtung Guadalajara weiterzufahren. Endlich kam fuer mich so richtig Mexicofeeling auf, da doch vor allem Mexico in meiner Einbildung aus Kakteen und Wueste bestand, gottlob ist da aber noch mehr. Vor allem sah ich neben der Strasse Mais und Agave. Aus Agave wird der beruehmte Tequila hergestellt, der in der ganzen Welt getrunken wird.

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Agavepflanzen

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Maisuberreste

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In einem Tag werde ich in Guadalajara ankommen, wo ich wieder in einem Casa de Cyclista uebernachten und vielleicht sogar Weihnachten dort feiern werde, News folgen bestimmt…

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La virgen de Guadaloupe

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Der 12. Dezember ist in Mexiko ein grosser Feiertag fuer die Virgen de Guadaloupe, welche urspruenglich von der katolischen Kirche her kommt, jedoch heute mehr das Symbol in Mexico fuer die “madre tierra” (Muttererde) ist. Aus dem ganzen Land schwaermen die Pilger nach San Cristobal oder auch nach Mexico City aus, weil es dort Kirchen der Virgen de Guadaloupe hat. Auch gibt es ueberall Umzuege und die Kinder werden zum Teil selber als Virgen de Guadaloupe verkleidet und nehmen so am Umzug Teil, natuerlich immer mit dem geliebten Auto.

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Neben dem Virgenkult, wird natuerlich auch ein riesiges Fest gemacht, mit Essen, Trinken, Spiele etc. Die Mexikaner wissen nur allzugut wie man festet.

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Ausserdem gibt es noch weitere gute News: Ich habe es endlich geschafft San Cristobal zu verlassen und bin mit dem Bus ein weiteres Mal nach Mexico City gefahren, wo mein Fahrrad zwischengelagert war. Danach nahm ich den Bus nach Queretaro, da ich die grosse Stadt Mexico nicht mit dem Fahrrad verlassen wollte, wo ich nun meine Reise vortgesetzt habe. Fortsetzung folgt, es gibt jedoch wieder einmal ein Bild meines Fahrrades, ich habe es sehr vermisst und bin nun richtig heiss, weiterzutrampen, da ich nun eine sehr grosse Pause hinter mir habe.

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Mexico City y la playa

Nach ueber 6 Wochen in San Cristobal war es Zeit fuer mich, meine Zelte aufzuschlagen und weiter zu ziehen. Da Vicky, meine mexikanische Mutter mich in ihr Haus nach Mexico City einlud, nahm ich mit ihr den Bus in die Hauptstadt, welche ueber 28 Millionen Einwohner hat und damit zur drittgroessten Stadt der Welt zaehlt, hinter Tokyo und New York.

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Es ist fuer mich schon schwer vorstellbar, wie so viele Leute zusammen in einem riesigen Tal wohnen koennen, aber offenbar funktioniert es. Ich habe mir Mexico City ganz anders vorgestellt, doch schlussendlichc hat diese Stadt auch ihre Reize und mit Einheimischen ist es sowieso besser, da diese alles kennen und mir zeigen konnten. Vicky nahm sich viel Zeit mit mir und wir fuhren mit der Metro oder mit dem Auto in der Stadt herum. Obwohl auch sie in Mexico City wohnen dauert es von ihrem Haus bis ins Zentrum 1.5 Stunden, in der Rush-Hour kann es ueber 2 Stunden dauern.

Torre Latina, ehemals hoechster Turm von Mittel- und Suedamerika

Opera Bellas Artes

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Da die Mexikaner sehr gastfreundlich sind, wurde ich an einem Samstag an eine Taufe des Enkels eingeladen, wo ueber 30 Leute imselben Haus feierten. Ein Brauch in Mexico an einer Taufe ist es, Geld in die Menge zu werfen, welches man dann am Boden sammeln kann. Wer hat am Schluss am meisten? Ich wurde an dieser Taufe wie ein Teil der Familie aufgenommen und fuehlte mich wie zu Hause, nur sprachen alle nicht Deutsch sondern Spanisch.

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v.l.n.r: Vicky, Rodolfo, yo y la madre de Vicky

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Nach 5 Tagen in der Hauptstadt nahm ich den Bus an den Pazifik nach Zipolite, wo ich mit der Tochter Iliana 7 Tage am Strand verbrachte, ehe ich wieder zurueck in die Hauptstadt ging, um meine Reise mit dem Fahrrad vortzusetzen.

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Strand von Zipolite

Zipolite liegt im Staate Oaxaca an der Pazifikkueste und ist ein kleines Dorf, welches jedoch in der Hochsaison viele Touristen anzieht. Doch wir hatten Glueck und die vielen Touristen blieben im November noch aus. Da Iliana schon einmal dort gearbeitet hatte, kannte sie alle Leute und ich lernte viele neue Personen kennen, welche aus aller Welt dort sind.

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Die Temperaturen waren ueber 30 Grad und das Wasser war schon fast heiss und wir mussten uns zwischen 13 bis 16 Uhr in den Schatten legen und die Siesta machen, da um diese Zeit die Sonne zu stark auf der Haut brannte. Die Leute hier wohnen zum Teil sehr einfach und brauchen nicht viel, um gluecklich zu sein, da der Strand und die Umgebung viel zu bieten hat. Zum Glueck hat es hier noch nicht die ganz grossen Hotelkomplexe, welche man z.B. weiter noerdlich in Acapulco antrifft.

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Ich lernte nun wieder einen weiteren neuen Ort von Mexico kennen, doch nun ist es an der Zeit, wieder das Fahrrad unter den hintern zu schwingen und weiter zu ziehen, da ich noch viel mehr von diesem Land und Leuten sehen will. Doch Mexico ist zu einem meiner Favoriten aufgestiegen, da dieses Land sehr abwechslungsreich ist, super Leute hat und sehr gutes Essen bieten kann. Hasta luego…

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Dia de los muertos

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Der  1. und 2. Novbember wird  hier in Mexico gross gefeiert, denn am Dia de los Muertos (Allerheiligen in der Schweiz) wird den Toten gedenkt. Dazu geizen die Mexikaner natuerlich nicht mit Feierlichkeiten, im Gegenteil. Fast in jedem Haus steht ein Altar mit den Fotos verstorbener Familienmitglieder oder sonstigen grossen Personen, welche den Leuten wichtig waren oder es immer noch sind.

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DSCN6069Der Altar wird mit Blumen geschmueckt und dazu werden auch Getraenke (z.B. Tequila) oder Nahrungsmittel (z.B. Mais) aufgestellt, damit die Toten nicht verhungern bzw. verdursten,wenn sie am Dia de los Muertos zurueckkommen. Je nachdem was der Tote gerne gehabt hat, wird dem Altar beigefuegt. Es war fuer mich sehr imposant zu sehen, wie die Leute hier die Altare geschmueckt haben und mit welcher Wichtigkeit dieser Tag gefeiert wurde. Denn der Tod ist ein Teil des Lebens, den es zu akzeptieren gibt und dem man nicht ausweichen kann.

Aber nicht nur Altare wurden geschmueckt, sondern die Leute gingen auch in Scharen auf den Friedhof, um Blumen zu den Graebern zu geben und sich mit der Familie zu treffen. So kam es vor, dass auf dem Friedhof bei den Graebstaetten gesungen, Alkohol getrunken und gegessene wurde. Die ganze Szenerie hatte etwas von einem Familienfest, welches statt im eigenen Garten auf dem Friedhof stattfand.

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DSCN6131Neben dem Dia de los muertos habe ich noch viele interessante Projekte kennengelernt, welche hier in San Cristobal den Ursprung haben. Ich besuchte Miguel, welcher Besitzer des Fahrradladens Jaguar de Madera ist. Er repariert nicht nur Fahrraeder, sonder macht auch Waschmaschienen oder Mixer, welche mit dem Fahhrad angetrieben werden. Sein Video ist super: http://vimeo.com/57406683

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Doppeldecker

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Miguels Mixer

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Velowaschmaschiene

Ausserdem lebt er mit seinem Bruder in einem Haus, welches aus Lehm hergestellt wurde und welches durch Solarenergie seinen Energiehaushalt regeln kann. Miguel ist eine jener Personen, welche uns allen Inspiration fuer ein einfaches, aber auch oekologisch-sinnvolles Leben geben kann. Ich war jedenfalls tief beeindruckt von all seinen Projekten. Denn wer willl schon nicht eine Waschmaschiene, welche durch die eigene Muskelkraft die Kleider saeubern kann???

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Nun bin ich ja bekanntlilch schon seit einem Monat hier in San Cristobal und es ist nun definitv Zeit fuer mich, die Zelte abzubrechen und weiterzuziehen. Ich habe viele tolle Leute getroffen, doch nun will ich den Rest von Mexiko auch noch entdecken. Bis bald…

Hecho en Mexico

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Eigentlich war mein Plan, dass ich 3 bis 4 Tage hier in San Cristobal bleibe, um mich dann auf den Weg Richtung Norden zu machen. Doch zum Glueck ist das Leben nicht nur durchdacht und strukturiert, sondern manchmal auch spontan und chaotisch. Ich lernte die Familie von Vicky und Iliana kennen, bei welcher ich nun seit ein paar Tage wohne und wo ich mich sehr willkommen fuehle. Von der Gastfreundschaft der Mexikaner koennen wir noch einiges lernen, da ist es kein Problem, dass ein “Fremder”, wie ich es bin und welchen man erst seit einer Woche kennt, im Haus uebernachten kann.

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Ily y Vicky

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Vicky, yo y Valeska

Die Familie besitz ein Restaurant/Bar, welche jeden Tag Livemusik bietet und sehr gutes Essen hat. Ich durfte nach langer Zeit ohne Arbeit auch wieder einmal im Service arbeiten, da eine Gruppe von 50 Studenten zum Nachtessen kam. Nach ueber 11 Monaten ohne arbeiten (Fahrradfahren zaehlt nicht dazu), war ich froh, wieder einmal richtig anpacken zu koennen. Vicky die Mutter ist grossartig, sie kommt nach der Arbeit auch noch  mit uns “jungen” in den Ausgang und das bis 6 Uhr morgens, VIVA MEXICO.

Aber momentan ist in Mexico nicht nur Friede, Freude und Eierkuchen, denn es geht im Land momentan um wichtige Entscheidungen, die gefaellt werden muessen, da die Lehrer seit 2 Monaten im Streik sind und die Kinder seit Ende Juli nicht mehr zur Schule gehen. Im Fernsehen sieht man deshalb oft gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen Lehrer und der Polizei, eine Einigung scheint nur bis zum heutigen Zeitpunkt in einzelnen Bundesstaaten moeglich.

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Die Leute hoffen natuerlich alle auf ein baldiges Ende dieser Proteste, denn die leidtragenden dieser ganzen Geschichte sind die Kinder, welche nicht in die Schule gehen koennen und sich langweilen, und Langeweile ist Naehrboden fuer bloede Ideen. Aber wie ueberall auf der Welt wird halt in der Bildung immer als erstes gespart und die Lehrer sind am Ende die Sklaven der Politiker.

In und um San Cristobal hat es wunderschoene Kirchen, welche man besichtigen kann. Diese Kirche untenstehend ist eine spezielle, denn im Innern gibt es keine Baenke und Stuehle (fotografieren verboten) und die Leute sitzen dort auf dem Boden und beten zu den jeweiligen Heiligen, es hat sogar Schamanen, welche Prozessionen in dieser Kirche durchfuehren, sehr eindruecklich. Ausserdem sind die Leute drinnen und trinken Schnaps, welcher aber auch geopfert wird.

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