El Oriente

Als ich an einem verregneten, haesslichen und nassem Tag Banos verliess, war meine Motivation nicht besonders gross, da ich ueber ein Monat nicht mehr Fahrrad gefahren bin und die Thermalquellen von Banos wirlich sehr entspannend und billig waren (2 Dollar pro Eintritt). Doch mein Radlerkollege Axel (http://www.crazyguyonabike.com/doc/index.html?o=1&doc_id=11561&v=3Q), welchen ich in Ambato getroffen hatte, empfahl mir die Route durch den Dschungel von Ecuador, da dies die ruhigere und schoenere Variante sein soll.

sydu 005So machte ich mich also auf zu neuen Ufern und wurde trotz schlechtem Wetter nicht enttaeuscht. Da Banos auf 1800 m.u.M. liegt, konnte ich fuer in den Dschungel fast nur bergabwaerts fahren. Die Route hatte vor allem eines, Wasserfaelle, welche sehr imposant ins Tal herunter prassten.

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sydu 009In meinem Reisefuehrer wird diese Route uebrigens als DIE SCHOENSTE von ganz Ecuador bezeichnet, was sicherlich nicht falsch ist. Nach ueber 70 km befand ich mich jedoch dann in einer anderen Welt, im Dschungel, wobei dies natuerlich nicht ganz der Wahrheit entspricht, da es dank der Revoluccion Ciudadana von Ecuador auch hier sehr gute Strassen gibt, welche bis in den tiefsten Dschungel hinein fuehren, viva la Revoluccion. Die Strassen sind natuerlich nicht nur fuer die Menschen, sondern auch fuer die grossen Konzerne, da es hier im Dschungel viel Oel gibt (was sonst???). Es gibt sogar eine Ortschaft, welche nach einem Konzern benannt ist, was in der Schweiz bereits bei Fussballstadien der Fall ist, ist hier bei Ortschaften dasselbe.

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sydu 045sydu 049Entlang der Strasse gibt es auch viel Cana (Zuckerrohr), welches hier in grossen Mengen angepflanzt und verkauft wird. Eigentlich wollte ich einen Teil meiner Strecke mit einem Boot zuruecklegen, doch als ich in Mishaualli ankam, gab es nur ein Angebot fuer 300 Dollar, um 6 Stunden auf dem Rio Napo zu fahren. Ich sagte vielen Dank und nahm das Fahrrad und fuhr die 196 km mit meinem Drahtesel. Denn obwohl ich Tourist bin, lasse ich mich doch nicht abzocken.

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sydu 081Der Regenwald heisst nicht umsonst Regenwald, das habe ich gemerkt, denn an manchen Tagen regnete es die ganze Zeit und ich war von innen nach aussen und von aussen nach innen nass, von der Hitze und vom Regen. Doch es war nicht kalter Regen und somit war es noch “angenehm”. Doch das Wetter kann so schnell wechseln hier und deshalb holte ich mir bereits am ersten Tag im Dschungel einen Sonnenbrand, vale la pena.

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Die Haeuser auf der Strecke hier sind ziemlich einfach gebaut, doch die Leute hier scheinen gluecklich zu sein und empfiengen mich immer mit einer grossen Freundlichkeit. Doch niemand glaubt mir hier, dass ich wirklich am Fahrradfahren bin. Nur wenn ich wirklich am fahren bin, koennen sich die Leute so halb vorstellen, was ich hier am machen bin. Doch sobald ich in einem Ort mich erhole koennen sie sich nicht vorstellen, dass ich schon nur in die naechste Ortschaft mit dem Velo fahren werde. Ihre Welt ist halt irgendwie kleiner, aber sicher nicht schlechter.

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sydu 101Nun bin ich bereit, in 2-3 Tagen nach Kolumbien zu fahren, da dort die Leute sehr fanatisch fuer Velofahrer sein sollen. Das man das Fahrrad nicht nur als Fortbewegungsmittel benuetzen kann beweist der Velomixer. Peace out…

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Adios amigos

saya y yo

Nach 5 schoenen, aber auch anstrengenden Wochen mit den Schuelerinnen und Schuelern in Salasaka, war es Zeit, mich von allen zu verabschieden und wieder zu meinem Fahrrad zurueckzukehren. Ich hatte eine super Zeit und bin sehr dankbar dafuer, dass ich die Chance erhalten habe, an der Katitawa-Schule zu unterrichten. Denn dieses Erlebnis wird mir mein Leben lang in Erinnerung bleiben.

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Da der offizille Schulbusfahrer einen Tag weg war, durfte ich die Kinder in die Schule fahren, was ein sehr interessantes Erlebnis war, da die Strassen nur aus Schotter bestehen und die Fahrweise der Ecuadorianer vor allem darin besteht, anderen den Vortritt wegzunehmen, indem sie mehrmals laut hupen.

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Robert “El director”

Sehr fehlen wird mir auch Robert, der Direktor, mit welchem ich immer sehr lange Diskussionen hatte und welcher mir viel ueber sein Leben erzaehlte, welches sehr interessant war und es immer noch ist. Vor allem sein Standardsatz: “It’s a beautiful day today, I hope you will all enjoy it” wird mir in Erinnerung bleiben, denn er sagte es auch wenn es regnete, die Sonne schien oder Nebel hatte. Dies ist eine super Lebenseinstellung und ich werde diese mit mir mittragen.

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v.l. (oben): Wamari, ich, Adrian, Francisca und Raymi
v.l. (unten): Cesar, Malku, Kevin und Joel

Die suessen Kinder werde ich sehr vermissen, obwohl sie alle sehr laut, jedoch sehr herzlich und meistens motiviert zum lernen waren. Die Fussballspiele in der Pause werden mir auch in Erinnerung bleiben, da es auch ohne Rasen immer ein gutes Spiel war. Es gab ein paar gute Techniker, welche dem FC Huenibach sicher noch Freude machen koennte, mal sehen was der Sportchef dazu meint.

La gancha de futbol

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Beim Abschied flossen fast Traenen, da ich waehrend den 5 Wochen die Kinder sehr ins Herz geschlossen habe. Alle Kinder schrieben uns Abschiedsbriefe, welche sehr ruehrend waren und in welchen sie schrieben, dass ich doch bald wieder zurueckkommen soll. Fuer alle Voluntarios, welche am Freitag die Schule verliessen gab es ausserdem noch eine Medaille, welche nun an meinem Fahrrad haengt.

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Arco iris

Ich wuensche der Schule nur das Beste und hoffe, dass dadurch die Schuelerinnen und Schueler eine bessere Chance als ihre Eltern auf ein gutes Leben erhalten.

Pachamama, videro y voluntarios

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Da die Kosten der Schule irgendwie gedeckt werden sollten, sind wir einen Verkaufsladen aus Schilf am aufbauen, damit wir dann dort Pflanzen verkaufen koennen und auch ein Kafee fuer Touristen soll hier entstehen. Deshalb arbeiten wir neben der Schule auch hier in Zentrum von Salasaka. Hier gibt es die sogenannte “Minga”, wo alle Eltern der Community von der Schule am Samstag an diesem Projekt mitarbeiten muessen, sonst bezahlen sie 20 Dollar Busse. Da kommt dann an einem Samstag die ganze Familie und es ist wie ein grosses Gesellschaftserlebnis, wo man dann auch zusammen das Mittagessen isst und sich unterhaelt. Interessant ist, dass nur Schilf benutzt wird, was es hier in rauhen Mengen hat.

Brent 266Brent 265Neben der Schule wohnen wir momentan zusammen im Haus Pachamama (Muttererde), wo wir jeden Tag jemand anderes kocht und wir so nur gutes Essen haben. Es hat viele Leute aus Amerika, weshalb die offizielle Sprache im Haus Englisch ist. Am Wochenende machen wir gemeinsame Ausfluege in der Region, um Ecuador noch besser kennen zu lernen.

v.l. Liz, Saya, Adam, ich, Tom, Sydney (Maedchen) und Brent

Brent 279Brent 283Hier feiern wir den 81. Geburtstag von Robert, welcher auch in seinem hohen Alter jeden Tag um 05.15 Uhr aufsteht, um uns Fruehstueck zu machen und dann anschliessend in der Schule Englisch und Mathematik zu unterrichten.

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Auch den Champions-League-Final zwischen Bayern und Dortmund wollten wir uns nicht entgehen lassen, mit einheimischen Bier und Chips.

Unser Zuhause liegt auf einer Erhoehung, von wo aus wir auf das Tal blicken koennen. Die Region ist wirklich sehr schoen und wir geniessen es sehr, hier wohnen zu koennen. Es ist ruhig und wir muessen hier sogar die Tuere nicht abschliessen, da es hier wirklich sehr sicher ist und man sich gerne gegenseitig hilft. Nach 4 Wochen hier fuehle ich mich schon fast zu Hause hier, doch es wird Zeit, dass ich in einer Woche weiter in den Dschungel ziehe mit meinem Fahrrad, ich vermisse es nach ueber einem Monat schon ein bisschen…

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Aprender es decidir

Imagen 031Nach ueber 2 Wochen hier an der Schule, haben sich bei mir schon gewisse Routinen eingeschlichen und es kommt mir vor, als waere ich schon ewig hier in Salasaca, doch bin ich doch nur erst seit drei Wochen hier. Mir gefaellt es sehr gut und ich denke, dass ich hier viel fuer meine zukuenftige Lehrerlaufbahn lernen kann, da alles etwas anders ist als zu Hause, was nicht heisst, dass es schlechter ist.Imagen 207

Jeden morgen stehen wir um 6.30 Uhr auf und Robert, unser 81-jaehriger Chef hat dann bereits sein “Old-Meal” gekocht, was in Deutsch Haferbrei bedeutet. Doch nach so langer Zeit hier kann ich es schon fast nicht mehr sehen und brauche ein Alternativfruehstueck mit vielen Fruechten und Brot. Die Schule liegt eine halbe Stunde Fussmarsch von unserem Haus entfernt und so mache ich mich jeden morgen mit den anderen Helfern uj 7.30 Uhr auf den Weg. Jene, welche zu muede oder zu faul sind, koennen mit dem “Schulbus” zur Schule fahren, welcher jedoch etwa gleich lange faehrt wie wir laufen. Hier in Ecuador fahren die Leute alle hinten auf dem Pickup mit, was immer ein Abenteuer ist.

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Ich gebe jeden Tag 6 Lektionen Mathematik fuer Kinder zwischen 6 und 12 Jahren. Die ganz kleinen koennen zum Teil noch nicht bis 20 zaehlen und mit den “grossen” bin ich am Multiplikation und Division lernen. Meine drei Klassen haben je hoechstens 5 Schuelerinnen und Schueler, die Klassenraeume sind klein, doch die Anstrengung ist gross, da die Disziplin und die Konzentrationsfaehtigkeit der Kinder nicht so gross ist und es viel Aufwand braucht, um zu unterrichten. Es ist jedoch sehr interessant und die Kinder sind alles sehr herzlich.

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Nach der Schule gebe ich noch jeden Tag von 18.00 bis 19.00 Uhr an einem Ecuatorianer Deutschunterricht, was auch immer wieder interessant ist, ueber die eigene Sprache nachzudenken. Die Tage ziehen dann so dahin, ausser am Montag und Freitag ist alles gleich. Jeden Montag versammeln sich die Kinder vor der Schule, um die Nationalhymne zu singen, in Spanisch und in Quetschua, welches die Sprache der Einheimischen ist und welche an unserer Schule neben Spanisch und Englisch unterrichtet wird.

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Jeden Freitag ist ausserdem Recycling-Tag, wo alle Kinder ihren Abfall in die Schule bringen und ihn dann anschliessend gemeinsam sortieren.

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Letzten Donnerstag hatten wir wieder einmal einen Feiertag, den 24 de mayo, wo die Ecuatorianer die Spanier in die Flucht geschlagen haben und deshalb diesen Tag feiern. Es war sehr interessant, jedoch auch ein bisschen militaerisch, da die Kinder die ecuatorianische Flagge tragen mussten, in Reih und Glied gingen und ausserdem dann noch die Nationalhymne sangen. Leider kamen wie am Muttertag sehr wenige Eltern, doch wir hatten trotzdem eine gute Zeit zusammen.

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Die Lieblingsbeschaeftigung der Kinder ist, in der Pause oder vor er Schule den anderen Voluntarios oder mir anzuhangen, sie sagen dann amarcame, was so viel heisst wie umarme mich. Da kann es dann schon passieren, dass ploetzlich 4 Kinder an mir kleben.

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Escuela Katitawa

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Bevor ich hier in der Schule in Salasaca, Ecuador angekommen bin, war ich noch fuer drei Tage in einer Casa de Cyclista in Ambato, wo ich bei Leonardo und seiner Familie uebernachten durfte. Leonardo ist der viertbeste Cross-Country-Fahrer von Ecuador und besitzt natuerlich auch einen Fahrradladen, wo er Velos repariert. Seine Nummer 1 aber ist klar, wie so oft hier in Suedamerika. Von Ambato nach Salasaca sind es nur 26 Kilometer und diese nahm ich von einer Woche auf mich, um fuer einen Monat als Freiwilligenarbeiter hier an der Schule arbeiten zu koennen.

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Wir sind ueber 15 Leute aus verschiedenen Laendern hier an dieser Schule am arbeiten und wohnen gemeinsam in einem grossen Haus, welches 30 Minuten Fussmarsch von der Schule entfernt ist. Ich bin froh, dass ich hier sein kann, da ich die Kultur und die Sprache noch bessern kennenlernen und anwenden moechte.

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In der Schule (http://katitawa.blogspot.com/) hat es Kinder von 5 bis 12 Jahren, welche alle Indigenas sind, da dies eine sehr grosse Population von Salasaca ist. Die Schule wurde 1997 von Robert gegruendet, welcher aus Amerika ist und welcher naechste Woche bereits seinen 82. Geburtstag feiern wird. Es geht hier alles sehr unorganisiert, jedoch familiaer zu und her und ich fuehle mich sehr wohl hier.

In der ersten Woche feierten auch wir an unserer Schule den Muttertag, jedoch kamen von 35 Schuelern nur 5 Muettern, was ein bisschen enttaeuschend fuer alle war. Die Kinder waren jedoch sehr gluecklich, da sie Spiele wie Sackhuepfen, Eierbalancieren, mit einer Tomate tanzen und andere “Klassiker” machen konnten. Die Muetter waren jedoch eher zurueckhaltend, und waren mit ihren Wollarbeiten beschaeftigt. Damit aber nicht komische Stille herrschte, sorgte ein DJ mit Latinosound fuer die entsprechende Unterhaltung.

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Die Kinder hier sind wirklich zuckersuess, weshalb alle von uns wie wild am fotografieren waren, als waere man an der Weltmeisterschaft der goldenen Kokosnuss. Es kommt zum Teil vor, dass man sich gar nicht fortbewegen kann, da an jedem Arm mindestens 2 Kinder hangen, welche mit mir spielen wollen.

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Da die Schule von Robert selbst finanziert wird und er nicht weiss, wie lange er dies noch machen kann, sind wir in der Stadt Salasaca (Stadt ist vielleicht ein bisschen uebertrieben) einen Laden am aufbauen, wo dann Pflanzen verkauft werden sollen. Dieser Laden wird vor allem aus einem Bambusgeruest und einem Schilfdach bestehen, weshalb wir nun seit ueber einer Woche daran am arbeiten sind und Schilf buendeln muessen, damit es dann fuer das Dach benuetzt werden kann. Dies ist eine sehr langweilige Arbeit, jedoch muss diese auch gemacht werden. Doch heute konnte ich den ersten Tag in der Schule arbeiten und werde von nun an Unterrichtserfahrungen in der spanischen Sprache machen koennen, Fortsetzung folgt bestimmt…

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El cotidiano en bici

Nun bin ich schon bald seit 6 Monaten weg aus der Schweiz, doch irgendwie habe ich jedes Zeitgefuehl vergessen, was aber auch nichts ausmacht. Doch auch wenn ich jeden Tag an einem neuen Ort bin, habe ich trotzdem eine Tagesstruktur, welche ich wie ein Bureauangestellter des Bundes auch befolge, um eben eine Struktur im unstrukturierten Alltag zu haben, was fuer mich sehr wichtig erscheint. So hat doch auch der Alltag eines “Abenteurers auf Reisen” seine Strukturen.DSCN1917 (2)

 

Mein Alltag sieht etwa folgendermassen aus:

06.00 Uhr:

Um diese Zeit stehe ich auf, um moeglichst frueh loszufahren, da ich eher ein Morgenmensch bin und es auch mag, moeglichst viele Kilometer am Morgen zu machen. Ausserdem sind dann die Temperaturen noch angenehmer. Danach esse ich mein Fruehstueck (in Cuenca war ich in einem Schweizerhostal, welche Roesti zum Morgenessen hatten, sogar mit Aromat, richtig buenzlig) und verraeume meine Ausruestung in meinen Radtaschen.

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Abfahrt, zum naechsten, unbekannten Ort.

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08.45-09.00 Uhr

Nach zwei Stunden Fahrt brauche ich eine Pause, um meinen Energievorrat wieder aufzufrischen mit Keksen, Fruechten oder was es gerade gibt.

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Zwischen 11.00 Uhr und 12.00 Uhr

Zeit fuer eine Mittagspause, um auszuruhen, mit den Menschen zu sprechen und natuerlich um etwas gutes zu essen, wie Salchipapas fuer einen Dollar, was in der Schweiz mindestens 7 Franken kosten wurede.

12.00-14.00 Uhr

Nun wird noch ein bisschen Radgefahren, doch ich bin mir schon am ueberlegen, bis wohin ich kommen will, um mein Zelt aufstellen zu koennen oder in ein Hostel zu gehen, welche in Ecuador ca. 5 Dollar kosten.

15.00 Uhr

Ausruhen, Zelt aufstellen, Hotelbett belegen und wenn moeglich duschen, sonst ist es auch egal, brauche keine Date mehr hier. Danach schaue ich mir die Umgebung an und spreche mit den Leuten, da ich ein Mitteilungsbeduerfnis habe, wenn ich so lange alleine unterwegs bin.

17.00-18.00 Uhr

Nachtessen, im Restaurant oder selber kochen. Nur in Ecuador, wo ich mich momentan befinde ist das Restaurant fuer 2 Dollar billiger als selber einzukaufen und zu kochen. Ausserdem muesste ich dann noch abwaschen, was nicht meine Lieblingsbeschaeftigung ist.

18.00 -20.00 Uhr

Buch lesen, Route fuer den naechsten Tag planen, entspannen. Da es hier in der Naehe des Aequators ab 18,30 Uhr dunkel wird, bin ich schon frueh im Schlafsack, um mich zu entspannen.

20.00 -06.00 Uhr

Schlafen, doch dies ist immer relativ, da es auf den Ort draufankommt, wo ich mich gerade befinde. Denn manchmal kann es schon vorkommen, dass von irgendwo noch Musik (Reaggaeton, Salsa etc.) laeuft, und ich deshalb noch nicht einschlafen kann. Die vielen Hunde hier bellen ausserdem auch gerne in der Nacht, doch Hunde die bellen, beissen bekanntlich nicht.

So gesehen hat mein Alltag auch seine Routine, doch ich liebe diese Routine und bin dankbar, dass ich die Moeglichkeit habe, diese Reise machen zu koennen.

Nun bin ich in Ambato, 110 km suedlich von Quito angekommen, nach ueber 1200 km und 16 Reisetagen heisst es fuer mich schon wieder, eine kleine Pause einzulegen, da ich in Salasaca, 30 km oestlich von Ambato, in eine Schule gehen werde, um fuer einen Monat dort zu unterrichten. Ich freue mich auf diese Zeit und bin gespannt, wie der Schulalltag hier aussieht. Doch bevor ich hier ankam, musste ich mich noch ueber ein paar Berge, Schnee und durch den Nebel quaelen, doch nun bin ich in der Region der Vulkane angekommen.

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Volcano Chimborazo

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Ecuador, te quiero

Obwohl ich waehrend meines Radleralltages meistens am schwitzen und stoehnen bin, da die Anden mir alles abverlangen, gefaellt es mir sehr gut hier in Ecuador. Die Leute sind viel entspannter hier in den Bergen als im Norden von Peru und es geht alles recht freundlich und gemaechlich zu und her.

DSCN1830Die Landschaft ist sehr interessant, manchmal erinnert es mich ein bisschen ans gute alte Emmental. Nur dass natuerlich der Hoehenunterschied deutlich hoeher liegt hier in Ecuador. Die Strassen hier sind in einem sehr guten Zustand, was auch auf den aktuellen Praesidenten von Ecuador, Raffael Correa, zurueckzufuehren ist. Denn in Ecuador gab es die “Revolucion Ciudadana”, welche ein Projekt der Linken ist, um die Bildung, Gesundheit etc. im Land zu staerken. Dank den grossen Oelvorkommen im Amazonasgebiet von Ecuador ist dies auch moeglich und eigentlich alle Leute hier sind mit der aktuellen Politik zufrieden, weil sie fuer viele neue Moeglichkeiten eroeffnet. Es sind also hier nicht nur leere Worte wie Beispielsweise die Rhetorik von Obama in Amerika. Deshalb stehen ueberall auf der Strasse solche Wahlpropaganden wie untenstehend, auch im Fernseher ist dies zu beobachten, sogar waehrend den Fussballspielen.

Imagen 342DSCN1818DSCN1815DSCN1829Manchmal merke ich erst wenn ich die Schilder sehe, wie hoch ich wieder bin. Da ich eine sehr ungenaue Karte von Ecuador besitze, lasse ich mich jeden Tag wieder von den Begebenheiten der Strassen und der Hoehenmeter ueberraschen.

Das schoene an Ecuador ist, dass es ueberall frisches Gemuese gibt und dies zu sehr guten Preisen. Ausserdem ist fast alles organico, also bio.. Neben dem vielen Gemuese gibt es hier natuerlich auch viel Fleisch, doch wenn ich das Fleisch so im Mark sehe und rieche, ueberlege ich mir manchmal ob ich nun nicht doch Vegetarier werden moechte. Weil all die Fliegen, welche sich auf dem Fleisch befinden sind nicht unbedingt apetiterregend.

DSCN1863DSCN1865DSCN1864DSCN1835Wer will schon ein Stueck Fleisch, wenn man sich eine ganze Sau leisten kann?

DSCN1866DSCN1906DSCN1891In Cuenca angekommen, habe ich mich fuer 3 Tage niedergelassen, da es die schoenste Stadt von Ecuador sein soll. Die Gebaeude haben den Kolonialstil meistens beibehalten und auch die Strassen sind alle gepflastert, sehr huebsch um ein bisschen auszuspannen, doch ich bin lieber auf der Strasse in der Natur unterwegs, um das Land von seiner anderen Seite kennenzulernen. Die bunten Maerkte mit den Souvenirs gehoeren natuerlich auch zu Ecuador, doch ich kann mir gar nichts kaufen, da alles Material, welches ich mit mir mitschleppe nur mehr Gewicht fuer mich und mein Fahrrad bedeutet. Deshalb habe ich schon diverse Sachen und Buecher weggegeben, um “nur” das noetigste zu haben (zumindest in meinem Sinn).

DSCN1862DSCN1860DSCN1889DSCN1898Wie meine Reise weitergehen wird, werde ich sehen. Doch ich blicke zuversichtlich in die Zukunft, obwohl ich weiss, dass noch manche harte Etappen vor mir stehen. Doch ich bin gluecklich selber zu reisen, da ich somit meine eigenen Entscheidungen treffen kann und auch Zeit fuer mich habe, denn in zwei Wochen bin ich schon in einer Schule in Salasaca, Ecuador am arbeiten.

DSCN1901Nach fast 2 Wochen unterwegs traf ich nun meine ersten Radlerfreunde aus Deutschland, Frankreich und Argentinien, welche von Mexiko, meiner Zieldestination gestartet sind und nach Argentinien gehen wollen, also genau die umgekehrte Route von mir machen. Ich hoffe natuerlich noch mehr Leute zu treffen, welche vielleicht sogar auch Richtung Norden gehen.

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