Bike stolen

 

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Mein geliebtes Fahrrad werde ich wahrscheindlich nie wieder sehen 

Ich fuhr mit dem Fahrrad 80 Miles von Forestville nach San Francisco, um dort Jared, meinen Fahrradfreund, welchen ich in Guadalajara, Mexico, kennengelernt habe, zu besuchen. Ich durfte bei ihm im Lower Haight Quartier uebernachten, welches eines der beliebtesten Ausgehviertel von San Francisco ist und wo es viele Restaurants und Bars gibt.

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Nach einer Stadttour gingen wir in beliebten Quartier Misson aus, um dort zu essen und zu trinken, dazu nahmen wir wie es sich fuer Fahrradfahrer gehoert unsere Fahrraeder, da es damit wesentlich schneller geht, in der Stadt voran zu kommen. Um 22.00 Uhr des 6 Maerz 2014 stellten wir unsere Fahrraeder vor einer Bar ab und schlossen sie an einem fuer Fahrraeder vorgesehenen Metall ab. Danach gingen wir zu einer anderen Bar wo Jared arbeitet weiter und liessen die Fahrraeder dort stehen, da es nur 2 Strassen weiter war. Als ich um 02.00 Uhr morgens mit meinem Fahrrad zu Jareds Wohnung fahren wollte, war das Fahrrad weg, scheisse….

Da es bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht aufgetaucht ist, habe ich die Hoffnung so gut wie aufgegeben, doch wer weiss… Tja, das ist wohl die Ironie des Schicksals, dass mir in ganz Sued- und Mittelamerika nichts passiert ist, jedoch in der zivilisierten Welt der Vereinigten Staaten von Amerika wurde mir mein Fahrrad geklaut. Das einzig Positive dieser Situation ist, dass ich zum Glueck schon am Ziel angekommen bin. Doch der Frust sitzt tief, da ich doch mit diesem Fahrrad schon fast eine emotionale Beziehung aufgebaut hatte und es mich fuer 15 Monate auf meiner Reise quasi taeglich begleitete und ich sehr zufrieden war mit diesem Aarios Fahrrad, welches in der Schweiz handgefertigt wurde.

Doch beklagen bringt nichts und ich bin immer noch sehr dankbar fuer die Reise, welche ich machen durfte und die Leute und Laender, welche ich angetroffen habe. Nun geht es am 17 Maerz fuer mich nach Hause und darauf freue ich mich nach dann 16 Monaten auch entsprechend. Ich hoffe, dass ich mich dann schnell wieder im Alltag zurechtfinden werde, aber das kommt dann irgendwie schon.

Vielen Dank an alle, welche mich unterstuetzt haben, wir sehen uns in der Schweiz oder wo auch immer.

Peace OUT

Sydney

Yosemite Nationalpark

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Half Dome

Der Yosemite Nationalpark gehoert zu einem der schoensten Nationalpaerke der USA. Die Chance diesen Park zu sehen, wollte ich mir natuerlich auch nicht entgehen lassen. Da ich in den USA bereits mit dem Fahrrad, Auto und Bus unterwegs war, entschied ich mich nun, mit dem Zug und Bus in den Yosemitepark zu fahren. Natuerlich ist Amtrak nicht die SBB, doch der Zug war auf jeden Fall weniger gefuellt als auf schweizer Pendelerstrecken.

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Die Geschichte des Yosemiteparks ist jedoch eine traurige, wie so oft in Amerika, da die Ureinwohner ueber 4000 Jahren im Tal des heutigen Parks wohnten, bevor die Goldgraeber um 1850 hierhin gelangten, und die Leute vertrieben oder toeteten. Ueberzeugt euch selber von der schoenheit des Parkes in diesem Video, das am Filmfestival in Yosemite Village gezeigt wurde, einfach nur traumhaft und ohne Worte:

In Yosemite fahert man mit dem Bus in das riesige Tal, welches rechts und links von den Bergen ueberragt wird. Uebernachtet habe ich dort in geheizten Zelten, da es hier Winter ist, zwar nicht so kalt wie in der Schweiz, doch auch nicht allzu warm um draussen zu uebernachten.

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Yosemite Upper Fall

 

Am ersten Tag wanderte ich ueber 850 Hoehenmeter zum Yosemite Upper Fall. Dieser ist der hoechste Wasserfall von ganz Amerika und faellt ueber 750 Meter ins Tal herunter, das ist natuerlich sehr eindruecklich. Das Wetter dazu war ein bisschen bewoelkt, doch als schweizer Alpinist (oder so) liess ich mich dadurch nicht beeinrdrucken. Leider hatte ich Probleme mit meiner Kamera und so konnte ich nur Fotos mit meinem Ipod machen.

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Am naechsten Tag nahm ich mir das zweite Wahrzeichen des Yosemiteparks vor, die Nevadafalls. Da es in der Nacht im Tal geregnet und auf den Bergspitzen geschneit hatte, war das Szenario sehr maerchenhaft, fast nicht real. Denn ueber den Spitzen der Berge hatte es ein bisschen Schnee, wie Puderzucker. Der Aufstieg war diesmal nur 600 Hoehemeter und ein bisschen flacher, dafuer mit 12 km retour ein bisschen weiter in der Distanz. Auf dem Weg zu den Nevadafalls sieht man ausserdem noch den Half Dome von ziemlich nahe, welcher ein weiteres Wahrzeichen des Parks ist.

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Half Dome

Auf dem Weg zur Spitze kam ich ausserdem noch an weiteren Wasserfaellen vorbei, dabei konnte ich nur staunen und war einfach nur gluecklich ueber die Schoenheit dieser Natur.

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Mit diesen Naturspektakel endete mein insgesamt fuenftaegiger Aufenthalt in Yosemite, ein MUSS fuer jeden Kalifonienbesucher. Doch die Naturpracht hat natuerlich auch den Nachteil, dass insgesamt jaehrlich ueber 4 MILLIONEN Besucher hierhin kommen. Das ist genau die Haelfte der Schweizer Einwohnerzahl, welche jedes Jahr hierhin kommt. Nach einem emotionalen Abschied von der Natur machte ich mich wieder auf ins Stadtgewuehl von Kalifornien.

The car

SAM_2754Um den Norden von Kalifornien besser und vor allem ein bisschen bequemer zu entdecken, entschied ich mich, fuer eine Woche ein Auto zu mieten. Somit war ich mit meinem Nissan, welcher nicht nur meine Fahrgelegenheit, sondern auch meine Schlafgelegenheit war (nicht sonderlich bequem), eine Woche am herumfahren. Die Kueste von Kalifornien ist einfach malerisch und unglaublich schoen, da haette ich in jeder Kurve anhalten koennen, um das Naturspektakel zu betrachten.

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Am besten gefiel mir Mendocino, wo es sehr huebsche Haeuser direkt ueber den Klippen gibt. Die Gesamtkueste von Kalifornien ist ca. 1700 km lang, das ist sogar eine groessere Distanz als die Schweiz und Deutschland von Nord nach Sued zusammen. Kalifornien ist schliesslich auch der groesste Staat von Amerika, mit einer Vielfalt die man nur selten sieht. In Suedkalifornien war noch alles schoen auf Strand, Beachvolleyball und Surfen aus, waehrend dem im Norden eher die rauhe Kueste dominiert, welche auch ihre Schoenheit hat und mir besser gefiel.

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Mendocino, schoen aber auch teuer

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Da die Distanzen hier laenger sind ist zum Glueck das Benzin billig, die Gallone (3.8 Liter) Kostet durchschnittlich 3.70 Dollar, also sozusagen ein Dollar pro Liter, das ist fast die Haelfte als der schweizerische Benzinpreis. Ich gewoehnte mich sehr schnell an das Auto, obwohl ich am Anfang noch ein bisschen Angst hatte, weil ich seit ueber einem Jahr nicht mehr Auto gefahren bin. Doch wie ich merkte, kann man dies nicht so schnell verlernen und mit einer automatischen Gangschaltung muss man sowieso nicht mehr viel machen. Auch an der Kueste liegen ausserdem die beruehmten Redwoodtrees, welche die maechtigsten Baeume unseres Planeten sind. Die Strasse heisst Avenue of the Giants und man faehrt dort mit dem Auto durch die riesengrossen Waelder, wo man natuerlich auch laufen gehen kann, was ich mir nicht nehmen liess.

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SAM_2790Der hoechste Baum ist hier ueber 110 m hoch, das ist einfach sehr eindruecklich. Da die Baeume von der Kueste her von einer Bergkette geschuetz sind, koennen sie so gross werden. Ich begann die Jahresringe an einem umgefallenen Baum zu zaehlen, doch ich gab auf, da es zu viele waren und es zu verwirrend war.

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Kalifornien hat definitiv mein Herz gewonnen, da es neben der Kueste auch Waelder, Rebberge und auch Berge gibt. Was wuenscht man sich da noch mehr? Doch etwas, was mich hier sehr bedrueckt sind die vielen Leute auf der Strasse, welche dort leben. Klar haben diese nicht ein schlechtes Leben, da das Klima hier schoen mild ist und es auch im jetzigen Winter hier sehr angenehme Temperaturen hat. Doch irgendetwas muss an diesem amerikanischen System faul sein, wenn es gleichzeitig ueberall so viele tolle Haeuser und Autos hat, aber viele Leute auf der Strasse, welche keine Hilfe von niemandem erhalten, vom Staat sowieso nicht. Denn viele der Leute auf der Strasse sind auch psychisch angeschlagen und benoetigten profesienelle Hilfe, doch da es mit dem Gesundheitssystem noch harzt und der Sozialstaat hier mit Komunismus gleichgesetzt wird, ist es schwierig, Hilfe zu erhalten.

SAM_3106SAM_3114Bevor ich mein Auto wieder zurueckbrachte, fuhr ich noch durch das Nappavalley, welches sehr beruehmt fuer seinen excellenten Wein ist. Es hat auf jeden Fall sehr viel Tourismus, ist jedoch auch wuenderschoen. Auf meiner weiteren Reise werde ich nun noch die schoenen Nationalpaerke von Kalifornien erkunden gehen, hasta pronto.

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San Francisco, babe

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Nach nun heute exakt 15 Monaten nach meiner Abreise aus der Schweiz (die Zeit verfliegt so schnell) bin ich Anfang Februar an meinem Ziel, San Francisco angekommen. Ich konnte es zuerst gar nicht glauben, dass ich nach meiner langen Reise nun endlich am Ziel angekommen bin. Ist doch irgendwie komisch nach so langer Zeit auf der Strasse nun endlich das Ziel erreicht zu haben, da ich doch nie damit gerechnet habe, von Argentinien nach San Francisco zu fahren, doch Schritt fuer Schritt naeherte ich mich ueber ein Jahr meinem Ziel und bin natuerlich sehr gluecklich, hier im Norden von Californien angekommen zu sein.

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Ich uebernachtete fuer 3 Naechte im Latinoviertel, wo ich mich natuerlich sehr zu Hause fuehlte. Hier kann man an jeder Ecke Essen aus Mexico, Guatemala oder El Salvador essen, die Bestellung erfolgt selbstverstaendlich in Spanisch. Die Leute hier sind natuerlich auch sehr politisch engagiert, was man an den Graffitis an den Waenden der Calle 24 sehen kann. Sogar Slogans aus Chiapas (Mexico), wo ich mich ueber 2 Monate aufhielt, kann man hier an den Waenden bestaunen. Aber San Francisco hat nicht nur eine grosse Population aus Mexico, sondern auch aus Asien, was sich in den verschiedenen Viertel von San Francisco wiederspiegelt, wie z.B. Chinatown, Japantown, aber auch little Italy etc. Sogar eine Schweizerfahne habe ich gesichtet, welche natuerlich in Front eines Uhrenmachers aufgehaengt war. Doch nach der Masseneinwanderungsinitiative weiss ich nicht, ob ich auf diese Fahne noch stolz sein kann, denn es kann doch nicht sein, dass hier in San Francisco so viele Nationen auf engem Raum zusammenleben und wir und gleichzeitig in der Schweiz ueber Zuwanderung und zu wenig Platz beklagen, wo bleibt denn hier die TOLERANZ.

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Leider regnete es waehrend meinen 4 Tagen in San Francisco die ganze Zeit, hatte ich doch Glueck, dass es waehrend meiner Fahrradreise in Kalifornien immer trocken war, das Wetter war dabei immer auf meiner Seite, dank dem Regenmacher oder der Regenmacherin.

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SAM_2410Die Huegel von San Francisco sind sehr eindruecklich und es geht wirklich die ganze Zeit auf und ab in dieser Stadt. Natuerlich durfte auf meiner Erkundungstour durch die Stadt der Cablecar nicht fehlen, mit welchem ich alle Huegel der Stadt problemlos bewaeltigen konnte.

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Doch nach einer gewissen Zeit in der Stadt zog es mich wieder auf das Land, da ich meine Freunde der Reise ausserhalb von San Francisco besuchen wollte. Dazu musste ich natuerlich die Golden Gate Bridge ueberqueren, was sicherlich eines DER Highlights meiner Reise war, da ich doch schon seit meiner Kindheit Bilder dieser Bruecke gesehen habe und sie nun aus naechster Naehe betrachten konnte.

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SAM_2525Dank des Radwegs auf der Bruecke hatte ich keine Probleme ans Nordufer der Frisco Bay zu gelangen. Nach 2 Stunden hatte ich jedoch einer meiner insgesamt 6 Platten meiner gesamten Reise. Doch da ich keinen Ersatzschlauch mehr hatte und das Flickzeug auch nicht helfen konnte, musste ich fuer die letzten 50 Kilometer den Bus nach Forestville nehmen, wo ich mich momentan aufhalte. Das coole der kalifornischen Busse ist, dass man mit denen das Fahrrad problemlos mitnehmen kann. Koenne davon nicht auch die Schweiz lernen….

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Forestville hat etwa so viele Einwohner wie Huenibach und sogar noch weniger Geschaefte als wir haben, doch es ist sehr gemuetlich hier und es hat freundliche Leute, da wuerde es sich leben lassen, denn im Gegensatz zu San Francisco ist es hier nicht so hektisch.

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Nordkalifornien

Die letzte Etape meiner Reise hat sich in Nordkalifornien abgespielt. Ich fuhr von Long Beach Richtung Norden, wo sich schon bald dann die Landschaft aenderte und die Natur rauher wurde und nicht nur Leute am Strand am joggen, surfen oder fahrradfahren waren.

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Eine der schoensten Abschnitte meiner Reise war rund um die Region von Big Sur, wo die Landschaft einfach unbeschreiblich schoen war und es sogar Seeloewen zum anschauen gab, welche sich direkt neben der Strasse des Highway 1 befanden. Als erstes glaubte ich es fast nicht, als ich so viele Tiere auf einmal sah, es schien mir wie grosse Steine, welche sich aber bewegen koennen. Das Beobachten dieser Tiere war sehr interessant, da sie alle paar Sekunden mit ihren Flossen Sand auf den Koerper werfen, damit ihre Koerpertemparatur immer gleich bleibt.

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Danach nahmen die Steigungen zu und ich befand mich inmitten von Big Sur, wo es viele schoene Campings gibt, wo ich mein Zelt aufschlagen konnte.

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Auf einem Camping traf ich noch eine Freundin, welche ich in Guatemala kennengelernt hatte und welche in Santa Cruz lebt. Sie machte dort mit ihren Freunden einen Weekendtrip und der Zufall wollte es, dass ich auch in der Naehe war und mich somit sputete, damit ich die Nacht auch auf demselben Camping verbringen konnte. Es hatte natuerlich auch sehr lustige Leute dabei, welche z.B. als Zebra verkleidet waren. Willkommen in Kalifornien. Der Sonnenuntergang auf diesem Zeltplatz war einfach nur magisch.

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Doch Kalifornien hat momentan ein grosses Regenproblem, da es hier Winter ist und eigentlich regnen sollte, doch der Regen laesst nun schon seit 8 Monaten auf sich warten und somit steigt natuerlich auch die Gefahr fuer Waldbrand. Doch als schon niemand an Regen glaubte kam er am Sonntagmorgen auf den Camping, wo wir uebernachteten und alle waren trotz nassen Kleider gluecklich. Doch es braucht nun deutlich mehr Wasser, da die Resservoires nur noch 5% Wasservorrat haben. Vielleicht brauchen wir einen Regentanz, Ideen sind herzlich willkommen.

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Danach fuhr ich weiter nach Santa Cruz, welches als Surfertown schlechthin gilt, wo die Leute zwar keinen Job, jedoch ihr Surfbrett haben. Da Santa Cruz ausserdem in der Naehe des Silicon Valley ist, leben viele Leute von Facebook, Google etc. hier in dieser Gegend oder dann natuerlich in San Francisco, doch dazu spaeter. Vor allem die Redwoodtrees in den Parks um Santa Cruz sind sehr eindruecklich.

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Nach Santa Cruz bin ich direkt 120 km nach San Francisco gefahren, wo ich nun mein eigentliches Ziel erreicht habe, aber momentan kann ich es noch gar nicht so richtig fassen, da ich noch ueber einen Monat hier in der Region von Californien verbringen will und auch noch die beruehmten Nationalpaerke besuchen gehen werde. News aus San Francisco und Region folgen bestimmt, bis dann keep your head up.

Los estados unidos

Bevor ich die beruehmt, beruechtigte Grenze nach Amerika ueberquerte, blieb ich zwei Tage bei Elvis und seiner Freundin Liz, bei welchen ich in der Kueche schlafen konnte, da sie auch nur ein Zimmer hatten. Doch das war mir so ziemlich egal und somit konnte ich die Stadt zusammen mit Elvis kennenlernen. Denn wenn ich eines in dieser Reise gelernt habe, dann ist es, dass die ganz schlimmen Orte, oftmals gar nicht so sind.

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Tijuana hat schon seine unschoenen Ecken, dort muss man jedoch nicht unbedingt nachts hingehen. Elvis begleitete mich nach zwei Tagen an die Grenze, wo ich gar nicht so lange wie gedacht warten musste. Tijuana ist der groesste Grenzuebergang der Welt und ist 24 Stunden geoeffnet, wahnsinnig. Unten an der Bruecke warten viele Leute, damit sie in der Nacht weiter im Norden die Grenze wenn moeglich illegal ueberqueren koennen. Doch es gibt sogar Tunnels, welche bis nach San Diego fuehren und in welchen Leute und Drogen geschmuggelt werden.

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Mein letzter Fusstritt in Mexico

Nachdem ich die Formalitaeten hinter mich gebracht hatte, wurde ich erst einmal geschockt, wie schoen sauber und ordentlich alles in San Diego ist. Es gab sogar bis ins Zentrum eine Bike Lane, welche nur fuer mich alleine gedacht war. Da musste ich nicht alle paar Minuten Angst haben, dass mich ein Lastwagen anfaehrt. In dieser Hinsicht ist Californien sehr vorbildlich, es gibt an der ganzen Kueste bis hoch nach San Francisco und weiter solche Radwege neben dem Highway. Neben der Sauberkeit sind natuerlich die Haueser um 100 Mal besser gebaut und ich hatte den Eindruck nach 14 Monaten Latinamerika, dass hier alle Leute reich sind, denn es fahren auch alle die groessten und besten Autos, welche man sogar in der Schweiz nicht sieht, denn da sind sie nochmals viel teurer.

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In San Diego konnte ich zwei Naechte bei Mike, einem Arzt der Navy, welchen ich ueber die Website von warmshowers kennengelernt hatte, uebernachten. Die ersten Tage waren fuer mich wirklich einen Kulturschock und noch immer habe ich das Gefuehl, irgendwie in Disneyland zu leben und dass dies alles gar nicht real sein kann. Meine Reise hat Spuren hinterlassen.

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Nach San Diego ging ich dann nach Long Beach, wo ich bei Mike und Crystal uebernachten konnte fuer 2 Naechte. Am ersten Tag fragte mich Mike, ob ich mit ihm eine Bootstour machen moechte, was fuer eine Frage. Somit fuhren wir mit seinem Onkel und einem Freund fuer 5 Stunden durch den Hafen von Long Beach und Los Angeles, welches der zweitgroesste der Welt ist. Long Beach befindet sich im Sueden von Los Angeles und hat mit 500000 Einwohnern mehr Leute, als die groesste Stadt der Schweiz.

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Am naechsten Tag fuhren wir nach Venice Beach, welches bekannt fuer seine schrillen Leute ist. Da Marihuana mit Lizenz in Californien geraucht werden kann, wird ueberall dafuer Werbung gemacht und fuer 40 Dollar kann man sich ein Arztrezept erkaufen, wenn man z.B. sagt, dass der kleine Zeh oder was auch immer weh tut. Legalize it.

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Mit einem anderen Warmshowerstyp, Carl, ging ich nach Los Angeles ins Zentrum, um den ganzen Hollywoodboulevard und all der ganze Muell zu sehen, damit ich das auch gemacht habe. Ich hatte nicht viel erwartet und es war auch gut so, denn es gibt nicht viel zu sehen dort. Das einzig coole, was wir noch gesehen haben im Museum war eine Spaceshuttle, welche riesig war. Die Museen in LA sind grossartig und es gibt kulturell einiges zu sehen, doch in nur einem Tag Sightseeing hatten wir wenig Zeit, doch ich wollte auch nicht mehr Zeit darin investieren.

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Denn ich wollte mit meinem Fahrrad weiterziehen und die Kueste von Kalifornien entdecken. Jeder Tag auf meinem Fahrrad kam mir so surreal vor, da es einfach so schoen ist. Die Route von San Diego nach San Francisco eignet sich besonders fuer Anfaenger, welche mit einer mehr oder weniger nicht allzu schwieriger Strecke anfangen wollen und es geniessen moechten. Ausserdem hat es entlang der Strecke tolle Campings, auf welchen man uebernachten kann und welche ueber eine gute Infrastruktur verfuegen. Die Bilder sprechen fuer sich… See you soon.

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La tierra del cactus

Damit ich in meinem Blog auch noch das Stereotypenbild von Mexico mit den Kakteen bestaetige, lade ich noch einige Bilder der Baja California hoch, wo ich natuerlich viele dieser Pflanzen gesehen habe. Wenn ich so richtig am schwitzen war in der Mitte der Wueste, standen sie einfach so da und schauten mich so richtig bloed an und dachten sich wohl, was dieser Typ hier macht.

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Aber dann kommt man ploetzlich in eine Oase und trifft auf Palmen, Datteln und Wasser, unbeschreiblich schoen.

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Die Baja kann teilweise auch sehr abwechslungsreich sein und da die Grauwale im Nordamerikanischen Winter immer in den Sueden nach Mexico kommen, um dort ihre Kinder zu gebaehren, nutzte ich die Chance in Guerrero Negro, um die Wale beobachten zu gehen.

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Doch irgendwie wollten sich die Wale nicht so richtig zeigen, da die Babys noch sehr jung sind und erst so gegen Maerz so richtig zutraulich werden. Doch trotzdem war es sehr eindruecklich diese Riesentiere in echt zu sehen.

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In San Quintin durfte ich eine Nacht im Haus von Gabino und seiner Familie verbringen, was sehr spannend war, da auch ein chinesisches Paar und auch ein Amerikaner zur gleichen Zeit dort waren.

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Diese Erfahrungen in den mexikanischen Familien sind fuer mich unbezahlbar, weil man so richtig einen Teil ihres Alltags ist und so auch die Vor und Nachteile des mexikanischen Alltags kennenlernt. Die Mexikaner sind ausserdem sehr gut in Slangwoerter, ich habe deshalb eine Sammlung gemacht, die in Englisch uebersetzt sind. Denn so viele spezifische Woerter habe ich in den anderen Laendern nicht angetroffen.

Chingon = cool

Chingado = damn

a la Chingada = go away

hasta la chingada = very far from here

no me chingues = dont

no mames = no way

ay cabron = wow

cabron = dude, friend

Diese Woerter werden vor allem im Umgang mit Freunden benutzt werden, es wuerde noch mehr geben, doch diese muesste ich zensieren, deshalb lasse ich es besser. Nun bin ich nur noch 200 km von der Grenze zur USA entfernt, mal schauen wie es dann im Land der grossen Moeglichkeiten so aussieht, aber Mexico werde ich sicher vermissen. Hasta Pronto.

Baja California

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Per Faehre, welche ich von Mazatlan nach La Paz, Baja California, fuer 16 Stunden genommen hatte, kam ich schliesslich gluecklich an meiner sozusagen letzten Etape von 3000 km an. Denn nun heisst es von La Paz bis nach San Francisco hochradeln, was ich nun nochmals so richtig geniessen kann.

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In La Paz uebernachtete ich bei Glenda, Glen und Pamela, welche ich durch warmshowers kennengelernt habe und bei welchen ich gratis uebernachten konnte. Es ist schon immer wieder super, wie man von den Menschen hier in Mexico aufgenommen wird. Bevor ich die Faehre Richtung Baja nahm, wurde ich im Restaurant von den Besitzern zum Nachtessen eingeladen. In La Paz angekommen schenkte mir ein Mann in der Strasse ein Shirt, welches ich mit Dank von ihm annahm. Solche schoene Geschichten habe ich vor allem hier in Mexico aber auch in Kolumbien gehabt. Die Menschen haben ein riesengrosses Herz und wollen mit dir teilen.

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Glenda und ihre Familie

Nachdem ich noch einen Vorrat an Essen und Wasser eingekauft hatte, machte ich mich auf den insgesamt 1500 km Weg durch die Baja California. Die Baja ist die zweitgroesste bzw. zweitlaengste Halbinsel der Welt, ist sogar laenger als ganz Italien und es leben nur 800 000 Leute hier, was fuer mexikanische Verhaeltnisse wenig ist.

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Nur noch wenige Kilometer fehlen bis Tijuana, haha

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im Januar ist die perfekte Jahreszeit hier, da die Temperaturen waehrend dem Tage hoechstens 30 Grad sind und es somit sehr angenehm ist zu radeln. Was man vor allem in der Baja sieht sind: Kakteen, meine neuen Lieblingspflanzen, welche jedoch nach einer gewissen Zeit mir auf die Nerven gegangen sind.

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Aber es hat nicht nur viele Kakteen, sondern auch wunderschoene Straende, die jedoch vor allem von pensionierten Amerikanern und Kanadier ueberfuellt sind, welche hier mit ihrem Wohnwagen, Auto, Motorrad und allem sonst was einen Motor hat, unterwegs sind. Da kommt man sich mit dem Fahrrad so richtig klein vor, doch ich lasse mich nicht einschrecken von denen. Die Frage ist ob wir wirklich so viel benoetigen?

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Auf der Strasse lernte ich aber ausserdem noch Sonja und Roman aus Basel kennen, welche seit Uruguay fuer 14 Monate mit dem Auto unterwegs sind. Sie haben also fast die gleiche Strecke wie ich gemacht und dazu auch gleich viel Zeit benoetigt wie ich mit dem Fahrrad.

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Vor allem habe ich hier wieder einmal viele Radfahrer getroffen, welche jedoch fast alle Richtung Sueden unterwegs sind. Ausser Paul, welcher ueber 60 Jahre alt ist und mit welchem ich einmal campierte. Die Campingplaetze sind superschoen und direkt am Strand, die Bilder sprechen fuer sich… Das einzige Problem, mit welchem ich momentan zu kaempfen habe ist der Gegenwind, welcher unerbittlich ist, schon fast wie in Argentinien.

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Adios Guadalajara

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Das Casa de ciclista in Guadalajara ist wie das Hotel California, man kann zwar einchecken wann man will, wird jedoch das Haus nie verlassen. So “schlimm” war es zwar fuer mich nicht, doch ich verbrachte fast 2 Wochen im Casa de Ciclista und lernte dort viele Spannende Leute kennen. Zum Beispiel den Spanier Lorenzo, welcher seit 17 JAHREN mit dem Fahrrad um die Welt faehrt und alle 5 Jahre zurueck zu seiner Familie im Baskenland geht. Oder aber das kanadisch-deutsche Paar, Dave und Uschi, welches von Alaska bis nach Argentinien faehrt. Dies ist schon erwaehnenswert, jedoch umso mehr, wenn man bedenkt, dass Dave insgesamt Gepaeck von 120 kg mitschleppt. Aber er benoetigt die Sitar, um nicht aus der Uebung zu kommen, da das Unterrichten dieses Instrumentes sein Job ist. Wir fuehlten uns manchmal fast ein bisschen wie in Indien, wenn er anfing darauf zu spielen.

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Irgendwie schaffte ich es aber dann trotzdem noch, von Guadalajara loszukommen und so nahm ich die 500 km nach Mazatlan auf mich. Nach Guadalajara kommt die Ortschaft Tequila, von wo natuerlich der weltberuehmte Tequila stammt. Natuerlich hat es links und rechts der Strasse nur Agavepflanzen, welche zur Herstellung des Tequila benoetigt werden. Der Tequila wird auch an der Strasse fuer weniger als 20 Dollar fuer 5 Liter verkauft, na dann zum Wohl auf der Autobahn… Denn aus meinen Erfahrungen kann ich sagen, dass die Mexikaner Profis sind im betrunken Autofahren.

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Die Landschaft nach Mazatlan war aber nicht besonders spannend, doch ich konnte erstmals wieder mit meinem in Guadalajara geflicktem Velo fahren, da ich im casa de ciclista die Kette und den Kranz meines Fahrrades ausgewechselt hatte. Nun fuehlte sich das pedalen wieder an wie mit einem neuen Fahrrad. Wie Anita Weyermann schon gesagt hat: “Gring abe und seckle (bzw. trampeln)”.

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In Mazatlan bin ich nun auf den Pazifik gestossen, welchen ich schon oefters gesehen habe, seit Chile. Ich habe auch noch eine weitere gute Nachricht: Ich habe meinen Flug von San Francisco nach Zuerich fuer den 17. Maerz 2014 gebucht und bin nun froh, dass ich dies so arrangieren konnte, da ich doch schon lange unterwegs bin und nun viel gesehen habe und es nun an der Zeit ist, zumindest temporaer in die Schweiz zurueck zu kehren. Aber bis es so weit ist habe ich noch genuegend Zeit, mit dem Fahrrad die Baja California hoch nach San Francisco zu fahren. Let’s go to San Francisco, was schon der “The Flowerpot Men” gesungen hat.

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